Ihr Gutes Recht

Im Feierabendverkehr kommt es immer wieder zu kleineren Unfällen. Häufig führen diese Unfälle nur zu Bagatellschäden und viele Betroffene lassen sich von eilig herbeigerufenen Versicherungsgutachtern mit schnell ausgeschriebenen Schecks abspeisen.

Doch auch bei Bagatellschäden kann der Geschädigte viel Geld verlieren, wenn keine ordnungsgemäße Schadenregulierung stattfindet. Vielen ist es gar nicht bekannt, dass neben den zu ersetzenden Schäden am Fahrzeug auch Nutzungsausfälle gezahlt werden oder Mietwagenkosten und dass Auslagenpauschalen für Telefonate oder Porti ebenso von der gegnerischen Haftpflichtversicherung zu zahlen sind wie Gutachterkosten und Anwaltskosten. Zu warnen ist vor der Nutzung des von den Versicherungen angebotenen Schaden-Schnell-Service. Bei diesem Service darf die Reparatur nur von Werkstätten ausgeführt werden, die mit der jeweiligen Versicherung einen Vertrag haben, da die Versicherungen und Werkstätten den Schaden untereinander regulieren. Die Werkstattrechnung wird direkt an die Versicherung geschickt. Die Werkstatt muss als Vertragspartner die Kosten für die Schadenabwicklung natürlich möglichst gering halten. Scheinbar hat der Geschädigte nur Vorteile von dieser Schadensregulierung, sie funktioniert schnell und der Geschädigte hat mir der Zahlung der Rechnung nichts zu tun. Schadenersatz besteht jedoch nicht nur aus den Reparaturkosten. So lange sich der Wagen in der Werkstatt befindet, kann der Geschädigte entweder einen gleichwertigen Mietwagen nehmen, der ihm dann bezahlt werden muss, oder er kann - wenn er auf das Fahrzeug nicht unbedingt angewiesen ist - Nutzungsausfall verlangen. Verzichtet er auf einen Mietwagen, kann er je nach Größe, Alter und Ausstattung des eigenen Fahrzeuges mit circa 23 bis 79 Euro pro Tag rechnen. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne