Ihr Recht

Organtransplantationen können zahlreichen schwerstkranken Patienten das Leben retten oder ihr Leiden verringern. Beim Ablauf einer Transplantation hat die Beachtung des Spenderwillens, die Gleichbehandlung wartender Patienten und das Verhindern von Organhandel oberste Priorität.

Diese Rechtssicherheit gewährleistet das sogenannte Transplantationsgesetz. Seit 2012 ist jeder Staatsbürger dazu angehalten, die eigene Spenderbereitschaft zu prüfen und in einem Organspendeausweis schriftlich zu dokumentieren. Gesetzlich ist er dazu jedoch nicht verpflichtet. Wenn keine schriftliche oder mündliche Erklärung des Verstorbenen zur Spende vorliegt, müssen die nächsten Angehörigen des Verstorbenen danach befragt werden. Ist ihnen keine Erklärung bekannt, dürfen sie eine Entscheidung unter Beachtung des mutmaßlichen Willens des Verstorbenen treffen. Liegen weder eine zu Lebzeiten erteilte Zustimmung noch ein Widerspruch des Verstorbenen vor oder haben die Angehörigen ihr Einverständnis nicht erklärt, dürfen keine Organe entnommen werden. Um aus medizinischer Sicht als Spender infrage zu kommen, muss mindestens ein irreversibler Ausfall des Gesamtgehirns festgestellt werden. Die Meldung an die Deutsche Stiftung Organtransplantation und Eurotransplant, einer Vermittlungsstelle für Organspenden in Teilen Europas, sowie die Durchführung der Transplantation unterliegen strengen Vorschriften. Für vermittlungspflichtige Organe, wie Herz, Lunge, Leber, Niere, Pankreas und Darm, gelten in Deutschland gesetzliche Verteilungsregelungen. Die deutschen Transplantationszentren haben kein Verfügungsrecht über ein entnommenes Organ. Das heißt, die Organverteilung erfolgt patientenspezifisch über Eurotransplant, das für Deutschland den hier geltenden Gesetzen vertraglich unterworfen ist. Geregelt ist auch, dass der Leichnam des Organspenders in würdevollem Zustand zur Bestattung zu übergeben ist. Im Zweifelsfall sollten Sie einen Anwalt Ihres Vertrauens zurate ziehen. Anwälte, die sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisiert haben, nennt Ihnen auf Anfrage die Rechtsanwaltskammer Koblenz unter der Telefonnummer 0261/30335-55 oder der Anwaltsuchdienst im Internet unter: <%LINK auto="true" href="http://www.rakko.de" text="www.rakko.de" class="more"%>