Jedes Register ziehen!

Das Risiko, im Laufe seines Lebens an Krebs zu erkranken, steigt stetig. Seit 1970 hat sich die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen nahezu verdoppelt.

Ein Grund hierfür ist die steigende Lebenserwartung. Doch dass die Menschen im Schnitt immer älter werden, ist auch einem seit mehr als zwei Jahrzehnten zu beobachtenden Rückgang der Krebssterblichkeit zu verdanken. Zwar sind bei einigen Tumorarten die Prognosen nach wie vor ungünstig, doch ist die Diagnose Krebs in den meisten Fällen kein Todesurteil mehr. Einen wichtigen Beitrag, Überlebenschancen und Lebensqualität von an Krebs erkrankten Menschen zu steigern, liefern die Krebsregister. Diese geben auch Auskunft über eingesetzte Therapien und Krankheitsverläufe. Den Medizinern bieten sie somit eine zusätzliche Entscheidungsgrundlage. Denn bei der Wahl des optimalen Behandlungspfads orientieren sich Ärzte zunächst an Studien und Leitlinien, die jedoch auf den Daten stark ausgewählter Patientengruppen basieren, und dann an Erfahrungswerten, die naturgemäß eher subjektiv sind. Krebsregister spiegeln das gesamte Bild in der Bevölkerung wider. Wer im Kampf gegen den Krebs alle Register ziehen will, nutzt die Krebsregister. Von diesen profitieren vor allem die Patienten. Schätzungen zufolge leben in Deutschland vier Millionen Menschen, die an Krebs erkrankt waren oder sind. Viele haben den Kampf gewonnen, nicht wenige fordert die Krankheit immer wieder heraus. Das Risiko, an Krebs zu erkranken, wird sich absehbar nicht auf null bringen lassen. Doch Erfahrung, Studien und Krebsregister zeigen gleichermaßen, dass regelmäßige Bewegung, ausgewogene Ernährung, Verzicht auf Nikotin und die Wahrnehmung von Vorsorgeuntersuchungen die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung deutlich senken! Dr. med. Heinz Kirchen, Leiter des Onkologischen Zentrums am Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier. Alles Gesund