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Jetzt kommt die Erdbeer-Zeit

Gartenkolumne : Erdbeer-Pflanzzeit mit Power Plugs und Frigopflanzen

Um diese Zeit werden getopfte Erdbeerjungpflanzen angeboten. Dabei dachte man immer, klassische Erdbeerpflanzzeit sei im Juli und August. Stimmt auch. Im Sommer bilden Erdbeerpflanzen ihre Tiefenwurzeln.

Je länger sie einwurzeln können, desto besser entwickeln sie sich und umso höher fällt die Ernte in der kommenden Erdbeersaison aus.

Doch was machen jene, die den Termin versäumt haben, deren Beete im Sommer noch voller Gemüse standen, und erst recht all die Kurzentschlossenen, die sich soeben überlegt haben, dass es eine feine Sache wäre, eigene Erdbeeren im Garten zu haben. Für sie alle bieten die Jungpflanzen die Gelegenheit noch in dieser Saison in die Erdbeerkultur einzusteigen. Bei sogenannten „Power Plugs“ – das sind kleine Erdbeerpflanzen mit sechs Zentimeter großen, runden Wurzelballen im Durchmesser, die man wie einen „Dübel“ (englisch Plug) in die Erde steckt und schon wächst das Kraftpaket los – kann man bereits acht bis zehn Wochen nach dem Pflanzen Früchte ernten. Möglich ist mindestens die Hälfte einer Vollernte. Auf die Anforderungen des Marktes hat man mit sogenannten Frigopflanzen reagiert. Die wurzelnackten Erdbeerpflanzen sind, wie der Name „Frigo“ sagt, gefrorene Pflanzen. Dahinter steckt folgende Kulturtechnik aus dem Erwerbsanbau: Zwischen November und Februar rodet ein Anzuchtbetrieb seine Erdbeerfelder und lagert die Nachzucht bei minus zwei Grad ein. Das Einlagern gaukelt den Pflanzen einen Winter vor. Sobald sie aufs Beet kommen, beginnt für sie der Frühling. Im Erwerbsanbau ermöglicht das eine lange Staffelung der Erntezeit. Das Frostpflanzgut wird ab Ende März bis Anfang September verschickt. Beim Transport tauen die Gewächse auf und können sofort eingepflanzt werden. Das entdecken zunehmend auch private Kleingärtner. Noch komfortabler für sie sind „Wartebeetpflanzen“. Dabei handelt es sich um extra starke Frigoerdbeerpflanzen. Sie werden im Juni, Juli von der Mutterpflanze entfernt, auf „Wartebeeten“ herangezogen und landen nach der Rodung ebenfalls in der Kühlung. Ironie des Schicksals: Eine besonders beliebte, schmackhafte Erdbeersorte im Sortiment ist Korona.

Tulpen sind schnell verblüht, beständiger sind wilde Sorten. Foto: dpa/Felix Kästle
Wer selbst Salat sät, hat später Genuss aus eigenem Garten. Foto: dpa-tmn/Andrea Warnecke
Ein Genuss: Frisch gepflückte Erdbeeren aus dem eigenen Garten. Foto: dpa/Christophe Gateau

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