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Kann die Spritze vor Krebs schützen?

Kann die Spritze vor Krebs schützen?

Seit einiger Zeit wird Mädchen und jungen Frauen empfohlen, sich gegen HP-Viren impfen zu lassen. Sie sollen Gebärmutterhalskrebs auslösen. Ist die Impfung sinnvoll? Oder ist sie zu gefährlich? Darum geht es im heutigen Teil der TV-Serie.

"Am 21. Januar wurde meine Tochter (14 Jahre) gegen HPV geimpft. Am nächsten Morgen hatte sie extreme Schwäche, Schwindel, Kopfschmerzen, Übelkeit, Bauchschmerzen, Seh- und Gleichgewichtsprobleme. Die Symptome sind so stark, dass meine Tochter seit 24. Januar nicht mehr am Unterricht teilnehmen kann."
"Unsere Tochter ist am 12. Oktober plötzlich und als völlig gesunder Mensch an einer Atemlähmung im Schlaf verstorben." "Drei Wochen nach der Impfung erfolgte eine Erblindung auf dem rechten Auge."
Schwere Nebenwirkungen?


Drei Fälle, in denen betroffene Eltern auf der Internet-Seite impfschaden.info angebliche Folgen der Impfung gegen das humane Papilloma-Virus (HPV) schildern. Das Virus wird beim Sex übertragen.
Einige Typen des HPV können, so sagen Pharmahersteller und Frauenärzte, Gebärmutterhalskrebs verursachen. Zwischen 6500 und 7000 Frauen erkranken jährlich daran. Die HPV-Impfung richtet sich an Mädchen und junge Frauen zwischen zwölf und 17 Jahren. Sie sollten sich vor dem ersten Geschlechtsverkehr impfen lassen (siehe Impftipp). Weil die Impfung offiziell empfohlen wird, übernehmen die gesetzlichen Kassen auch die Kosten dafür.
tv-serie impfen


Doch nicht nur die immer wieder beschriebenen, teils schweren Nebenwirkungen - auch den angeblich fehlenden Nachweis einer tatsächlichen Wirkung der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs - führen Impfkritiker immer wieder ins Feld, um den HPV-Schutz infrage zu stellen. Selbst dass der HP-Virus Gebärmutterhalskrebs auslöse, sei bisher nicht wirklich belegt, heißt es in dem impfkritischen Informationsblatt Impf-Report.
Gynäkologe hält dagegen


"Durch den Impfschutz können neben Gebärmutterhalskrebs auch die zahlenmäßig wesentlich häufiger vorkommenden Krebsvorstufen verhindert werden", verteidigt hingegen Klaus Friese, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG), die Impfung.
In Deutschland sind derzeit zwei HPV-Impfstoffe zugelassen, die vor der Ansteckung mit den Virustypen, die für Gebärmutterhalskrebs verantwortlich sind, schützen sollen.
Laut dem Krebsinformationsdienst haben Tests gezeigt, dass geimpfte Frauen vor Zellveränderungen am Gebärmutterhals geschützt waren, die durch HP-Viren verursacht werden. Diese Veränderungen seien mögliche Krebsvorstufen.
Daten werden erfasst


Derzeit lasse sich noch nicht beurteilen, ob eine Impfung tatsächlich vor Krebs schützt. Daher, so der Krebsinformationsdienst, würden Wissenschaftler auch jetzt - nach der Zulassung der HPV-Impfstoffe - weiterhin Daten erfassen, um die Wirksamkeit und Sicherheit der Impfstoffe auf längere Sicht beurteilen zu können.
Extra

Es galt als großer Fortschritt in der Medizin, als erkannt wurde, dass der Gebärmutterhalskrebs meistens durch Viren verursacht wird, und ein entsprechender Impfstoff gegen diese Viren entwickelt werden konnte. Jährlich erkranken 6500 Frauen an einer solchen Krebsart, 1700 sterben daran. Auch andere Krankheiten können durch diese sexuell übertragenen Papilloma-Viren (HPV), mit denen 80 Prozent aller Menschen im Laufe ihres Lebens Kontakt haben, ausgelöst werden, so zum Beispiel infektiöse Warzen (sogenannte Feigwarzen) des äußeren Genitale bei Mann und Frau. Seit 2006 stehen Impfstoffe zur Verfügung, die die Erkrankung an Gebärmutterhalskrebs verhindern sollen. Die Impfung wird vor allem Mädchen ab dem zwölften Lebensjahr und jungen Frauen empfohlen. Die Kosten für diese Impfung, die auch gegen die Ausbildung von Genitalwarzen wirksam sein kann, werden von den Krankenkassen bis zum Ende des 17. Lebensjahres übernommen. Drei Impfdosen innerhalb von sechs bis zwölf Monaten sind zu einem wirksamen Schutz erforderlich. Bei bisher weltweit 50 Millionen Impfdosen gilt die Impfung als gut verträglich, es kann vor allem zu Reaktionen im Bereich der Einstichstelle sowie - wie bei anderen Impfungen auch - kurzzeitig zu harmlosen Allgemeinreaktionen kommen. Ob allerdings der erhoffte Erfolg im Kampf gegen Krebs eintreten wird, kann abschließend derzeit noch nicht beurteilt werden. Selbstverständlich ist die Empfehlung zur jährlichen Krebsvorsorge ab dem 21. Lebensjahr davon unberührt. Die im Ärztenetzwerk Medi Trier zusammengeschlossenen Mediziner haben eine Impf-Woche initiiert. Sie kontrollieren die Impfpässe der Patienten, beraten über sinnvolle Impfungen und notwendige Impfauffrischungen.