KArriere Berater

Wer einen Bewerber einstellt, kauft die Katze im Sack: Die Firma heuert ihn für das an, was man sich von ihm, ja was er von sich selbst als Bewerber verspricht. Hat ein Kandidat bislang als Gruppenleiter gearbeitet und wird nun als Abteilungsleiter engagiert - niemand weiß, ob er dem Job gewachsen ist.

Die Prognose, auf deren Grundlage er geheuert wird, ist wacklig wie der Aktienkurs eines Penny Stock. Deshalb gelten Beförderungen durch einen Wechsel als riskant, wenn nicht gar als Beförderungen zweiter Klasse. Personaler und Headhunter sehen es gern, dass ein Kandidat auch in der eigenen Firma aufgestiegen ist. Hier muss man die Vorgesetzten jahrelang überzeugen, bei einem Wechsel nur zweimal 60 Minuten in Vorstellungsgesprächen. Wer klug ist, arbeitet sich auf der Hierarchieleiter mindestens eine Sprosse nach oben, ehe er sich außerhalb bewirbt. Aber nicht sofort abspringen (das riecht nach Flucht!) - sondern zwei bis drei Jahre die Bewährungsprobe als Führungskraft bestehen. Dann erst ist die Sprosse stabil genug für einen Sprung. Unser Kolumnist Martin Wehrle (geboren 1970) gehört zu den erfolgreichsten Karriereberatern in Deutschland. Sein aktuelles Buch: "Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus", Econ, 14,99 Euro. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne