KArriere Berater

Die Vorstands-Assistenz ist ein sicheres Karriere-Sprungbrett. Durchforsten Sie einmal die Lebensläufe bekannter Manager! Schnell wird Ihnen auffallen: Wer heute Chef ist, hat gestern oft einem Chef gedient.

Als Assistent. Erster Vorteil der Position: Es gibt keine bessere Vorbereitung aufs Managen, als einem erfahrenen Manager auf die Finger zu schauen. Man lernt die Tricks, oft auch die richtigen Leute kennen. Zweiter Vorteil: Wer so eng mit dem höchsten Chef arbeitet, dessen Talent kann nicht übersehen werden, sofern er welches hat. Da die Assistentenstellen meist alle zwei bis drei Jahre neu vergeben werden, stehen die Chancen äußerst gut, dass der Chef seinen Assistenten belohnt - und in eine Führungsposition hebt. Auch aus Eigennutz, denn Chefs besetzen wichtige Positionen gern mit Leuten aus dem eigenen Dunstkreis. Aber wie das mit Sprungbrettern so ist: Nicht nur hoch springen, auch tief fallen kann man. Denn was, wenn der Chef ein Häuptling vom Stamm der Unfähigen ist? Dann geht sein erster Indianer durch eine miserable Schule. Gar nicht selten gewöhnt er sich Verhaltensweisen an, die man sich eigentlich von Therapeuten abgewöhnen lässt. Das größte Risiko: Nach ein paar Jahren wird der Assistent nicht befördert, sondern ohne Führungsverantwortung in eine andere Abteilung gereicht. Jeder Kenner, der später auf den Lebenslauf schaut, geht davon aus: Wer als Assistent ohne Beförderung abtritt, hat den Chef kein bisschen beeindruckt. Unser Kolumnist Martin Wehrle (geboren 1970) gehört zu den erfolgreichsten Karriereberatern in Deutschland. Sein aktuelles Buch: der Bestseller "Ich arbeite in einem Irrenhaus" (Econ, 14,99 Euro). Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne

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