KArriere Berater

Gutes Netzwerken heißt: sich Helfer suchen. "Was verstehen Sie unter einem Netzwerk?", frage ich in den Vortragsraum.

Eine blonde Frau in der letzten Reihe ruft: "Das sind Menschen, die mich in schwierigen Situationen unterstützen." Ein grau melierter Herr pflichtet murmelnd bei: "Hier bekomme ich wichtige Informationen, die mich im Beruf vorwärtsbringen." Diese Antworten sind nicht falsch, aber sie zielen an der entscheidenden Hälfte der Wahrheit vorbei: Gutes Netzwerken heißt nicht nur, sich unterstützen zu lassen; es heißt auch: zu unterstützen. Man kann sich das wie bei einem Konto vorstellen: Auf Dauer steht nur zur Verfügung, was man vorher eingezahlt hat; das Verhältnis zwischen Geben und Nehmen muss ausgewogen sein. Ehe Sie jemanden in Ihr Netzwerk aufnehmen, fragen Sie sich nicht nur, wie er Ihnen nützlich sein kann, sondern auch umgekehrt! Gehen Sie in Vorleistung, unterstützen Sie die Menschen in Ihrem Netzwerk, pflegen Sie den Kontakt durch Anrufe und Mails - und zwar ehe Sie etwas wollen! Ein so gepflegtes Netzwerk sprudelt oft, ohne dass man es anzapft. Ihre Netzwerk-Partner werden Ihnen alle relevanten Informationen zutragen, ohne dass Sie ständig danach fragen. Unser Kolumnist Martin Wehrle (geboren 1970) gehört zu den erfolgreichsten Karriereberatern in Deutschland. Sein aktuelles Buch: "Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus", Econ, 14,99 Euro. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne

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