KArriere Berater

Im Vorstellungsgespräch schleichen sich Chefs gern durch die Hintertüre an. Wenn sie Ihre Schwächen hören wollen, fragen sie: "In welchen Punkten können wir Ihre Entwicklung fördern?" Wollen sie hören, ob Sie Ihren letzten Chef für einen Idioten hielten, heißt es: "Wie haben eigentlich Ihre Kollegen über den Vorgesetzten gedacht?" (Eine projektive Frage, bei der Sie Ihre eigene Ansicht in fremde Münder legen sollen.

) Und wenn Sie gefragt werden, worauf Sie in Ihrem Leben am stolzesten sind, sollten Sie nicht auf Ihre Briefmarkensammlung verweisen, sondern auf Erfolg im Berufsleben, sonst unterstellt man Ihnen eine Freizeitorientierung. Vergessen Sie keine Sekunde: Ein Vorstellungsgespräch ist keine harmlose Plauderei, es ist ein kleiner Wettkampf. Sie tun alles, um sich in ein günstiges Licht zu rücken. Ihr Gesprächspartner tut alles, Ihre Schattenseiten aufzuspüren. Werfen Sie immer einen wachen Blick zur Hintertür, auch wenn ein Personaler Großzügigkeit gegenüber Ihren Schwächen andeutet! "Manche Leute drücken nur ein Auge zu, damit sie besser zielen können", schrieb der Regisseur Billy Wilder. Unser Kolumnist Martin Wehrle (geboren 1970) gehört zu den erfolgreichsten Karriereberatern in Deutschland. Sein aktuelles Buch: "Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus", Econ, 14,99 Euro. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne