karriereberater

Chefs sind notorische Kostensenker. Die Anweisung kam von höchster Stelle, vom Geschäftsführer eines süddeutschen Familienbetriebes: Er forderte seine Belegschaft auf, die elektrische Jalousie nicht öfter als nötig zu betätigen (Stromverbrauch), die Diensthandys nur in Ausnahmefällen zu benutzen (Gebühren) und jede Art von Papier, auch Briefbögen, beidseitig zu bedrucken (Druckerpatronen).

Manche Chefs gelten als zweibeinige Sparschweine: Kein Groschen ist sicher vor ihnen. Doch ihre Sparsamkeit konzentriert sich oft auf die Mitarbeiter. Spendierlaune kommt dann auf, wenn sie die Wände des eigenen Büros mit Gemälden pflastern, repräsentative Firmengebäude in die Innenstadt pflanzen und den eigenen Dienstwagen grundsätzlich so groß wählen, dass er in keine Parklücke passt. Doch erinnern Sie das Sparschwein nie daran, dass es sich selbst gegenüber ein Krösus ist - als Bote könnten Sie gehängt, das heißt: bei nächster Gelegenheit weggespart werden. Eher sollten Sie den Spartrieb unterstützen. Fragen Sie sich: Wo wird Geld in der Firma verschwendet, wo ließe sich etwas sparen? Zum Beispiel: Müssen wirklich zwei neue Farbkopierer für zwei Abteilungen angeschafft werden - würde es einer an der räumlichen Schnittstelle tun? So werden Sie zum besten Freund des Sparschweins und können einen fairen Anteil von der Beute fordern. Wozu gibt es Prämien? Unser Kolumnist Martin Wehrle (geboren 1970) gehört zu den erfolgreichsten Karriereberatern in Deutschland. Sein aktuelles Buch: "Ich arbeite immer noch in einem Irrenhaus", Econ, 14,99 Euro. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne

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