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Verbraucher: Karten-Tricks fürs bargeldlose Bezahlen

Verbraucher : Karten-Tricks fürs bargeldlose Bezahlen

Schnell, praktisch und unkompliziert: Bargeldloses Bezahlen liegt im Trend. Und zieht automatisch auch Trickdiebe an, die Pin-Nummern ausspionieren und so Geld abheben können. Doch wer sich schützt, kann gegensteuern.

Ob Internet-Shopping oder Kaufen im Supermarkt: Bargeldloses Bezahlen ist für viele Verbraucher zur Selbstverändlichkeit geworden. Dies nutzen jedoch auch Trickdiebe immer wieder aus, warnen Landeskriminalamt (LKA) und Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz gemeinsam. Auch wenn Prävention laut LKA-Sprecher Bastian Kipping in diesen Fällen kaum messbar ist, „weisen wir immer wieder auf geeignetes Verhalten hin“, sagt er gegenüber dem TV. Mit den Tipps der Ordnungshüter und Verbraucherschützer können sich also teure Schäden oft vermeiden lassen. Zwar sind die aktuellen Fallzahlen im Land allgemein rückläufig. So sind die Delikte wie Betrug mit sogenannten Debitkarten und Pin wie Girocard von 761 auf 653 im vergangenen Jahr gesunken. Betrugsfälle gestohlener Debitkarten ohne Pin konnten auf 287 Fälle fast halbiert werden. Dennoch mag Kipping nicht von einer Entwarnung sprechen: „Einerseits mag die Präventionsarbeit vor Schaden schützen, andererseits verlagert sich der Kartenbetrug aber immer stärker ins Internet und den Online-Handel, so dass dann dort die Fälle auflaufen“, sagt er.

Und so warnen sowohl die Verbraucherzentrale als auch das Landeskriminalamt vor Fehlern durch die Verbraucher selbst. Denn die Täter gelangen meist durch Diebstahl oder Einbruch an die Zahlungskarten und damit auch an die Daten. „Das unrechtmäßige Auslesen und Abspeichern der gesamten Kartendaten kann zur späteren Herstellung von Kartendubletten genutzt werden“, warnt die Polizei. Auch durch Ausspähen der Pin etwa am Geldautomaten oder im Laden könnten die Täter in deren Besitz kommen.

Ebenso bei einer unverschlüsselten Internetverbindung können Kartendaten abgegriffen werden. „Ein Schaden ist aber oftmals vermeidbar und erfordert lediglich sicherheitsbewusstes Verhalten und rasches Handeln bei Verlust oder Diebstahl“, heißt es vonseiten der Verbraucherschützer. So sagt Sylvia Beckerle: „Kartenbetrug und auch das Ausspähen von Daten durch Banden ist ein Thema. Aber es lässt sich auch im Bewusstsein der Verbraucher etwas verändern“, sagt die Referentin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Sie sieht vor allem für die Zukunft Probleme infolge der neuen Zahlungsdiensterichtlinie. Dieser zufolge können neben den Banken auch Dritte wie Zahlungsdienstleister (Paypal und Co.) auf Daten von Verbrauchern zurückgreifen und diese verwalten. „Wir müssen allerdings beobachten, inwiefern sich hier schwarze Schafe einrichten und Daten abgreifen werden.“

Hier die Tipps der Polizei:

- Behandeln Sie Bank- und Kreditkarten wie Bargeld und tragen Sie diese dicht am Körper.

- Lassen Sie Zahlungskarten niemals in Büro- und Arbeitsräumen, Schwimmbädern, Krankenhäusern, Hotelzimmern oder Autos liegen – weder offen noch versteckt.

- Rechnen Sie in Restarants, Kaufhäusern, Bahnhöfen oder bei Ausstellungen mit Taschendieben.

- Schauen Sie regelmäßig nach, ob die Karten noch vorhanden sind.

- Kontoauszüge oder Kartenbelege sollten Sie nicht in den Papierkorb der Bank oder des Geschäftes werfen. Heben Sie alle Belege sorgfältg auf, denn mit Ihren Daten haben Täter leichtes Spiel.

- Vergleichen Sie zeitnah Rechnungen mit Abbuchungen auf dem Konto.

- Behalten Sie beim Bezahlen stets Ihre Karte im Auge.

- Achten Sie auf die Auflagen, die Ihr Geld- oder Kreditkarteninstitut vertraglich gemacht hat. In den Abschnitten zur Haftung ist Ihre Sorgfaltspflicht im Umgang mit der Karte festgehalten.

- Bei Verlust die Karte sofort für den weiteren Gebrauch sperren, auch wenn diese aus nicht nachvollziehbaren Gründen im Geldautmaten einbehalten wird. Das Gerät könnte von Straftätern manipuliert sein.

- Erstatten Sie bei Verdacht einer Straftat sofort eine Anzeige bei der Polizei.

Das raten die Verbraucherschützer:

- Geben Sie Ihre Pin niemals an Dritte weiter – auch nicht an Bankmitarbeiter oder Polizisten. Diese fragen auch nicht danach. Prägen Sie sich die Pin am besten ein und vernichten Sie den Pin-Brief. Auf keinen Fall Pin irgendwo notieren.

- Beobachten Sie bereits vor dem Geldabheben Ihre Umgebung. Achten Sie auch auf die Beschaffenheit des Automaten, und melden Sie auffällige Veränderungen und Beschädigungen sofort der Polizei.

- Bei der Pin-Eingabe am Geldautomaten und im Geschäft immer darauf achten, dass niemand den Vorgang beobachten kann. Angebliche Helfer und aufdringliche Personen in ihre Schranken weisen.

- Bei der Pin-Eingabe sollte man dies mit der Hand verdecken, dies erschwert das Ausspähen erheblich.

- Niemals die Pin als Türöffner, auch nicht bei Geldinstituten, verwenden. In diesen Fällen sofort die Polizei verständigen.

- Geben Sie beim Bezahlen nicht die Pin bekannt, und achten Sie auf die Rückgabe der eigenen Zahlungskarte.