1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Kathrin Hofmeister gibt Tipps für eigene Melonenzüchtungen.

Kolumne mein schöner Garten : Melonen aus dem eigenen Garten

Unter den wärmeliebenden Kulturen haben Tomaten, Peperoni und Chili eine steile Karriere hingelegt. Sie sind die Lieblinge auf dem Hochbeet geworden und befeuern die Experimentierlust noch auf dem kleinsten Südbalkon.

Melonen anzubauen, ist dagegen noch eine echte Liebhaberei.

Aber auch die subtropische Verwandte von Kürbis und Zucchini scheint im Kommen zu sein. Wie bei den Tomaten gelingt der Anbau im Freiland problemlos nur in einem Weinbauklima wie an der Mosel. Kühle, regenreiche Sommer ausgenommen. Denn Wärme und Sonne sind das entscheidende Wachstums- und Reifekriterium für Melonen.

Den größten Erfolg im Hausgarten versprechen kleinfruchtige Zuckermelonen, die wie die alte französische Traditionssorte Petit Gris de Rennes oder Blenheim Orange besonders früh reifen. Ist ja logisch: Je größer die Früchte, umso länger brauchen sie bis zur endgültigen Reife. Damit die Melonen zur Reife gelangen bevor es wieder kühler wird, müssen sie früh dran sein. Man möchte meinen, dass Wassermelonen weniger Wärme brauchen als die supersüßen Honigmelonen. Doch das Gegenteil ist der Fall.

Wassermelonen sind noch wärmebedürftiger. Wer eine Sugar Baby oder die besonders kleinfruchtige Mini Love ausprobieren will, sucht den sonnigsten und möglichst geschützten Platz im Garten. Wieviel Sonne scheint, kann man nicht beeinflussen. Der Reifeprozess lässt sich aber doch fördern: Haben die Melonenpflanzen bereits Früchte angesetzt, kürzt man die fruchtenden Triebe bis auf zwei bis drei Blätter oberhalb des Fruchtansatzes ein. Das erinnert wiederum an das Ausgeizen von Tomaten. Es ist nicht zwingend notwendig, bietet sich gerade bei großfruchtigen Tomaten aber an. Die Pflanze kann mehr Energie in die angesetzten Tomaten stecken. Die Früchte reifen schneller.

Manchmal gibt es Liebhabersorten mit monströs großen Tomaten. Hier könnte eine Praxis für die Kultur von Wassermelonen und großfruchtigen Zuckermelonen ein Tipp sein: Wird die Frucht am Rankgerüst zu schwer, legt man sie in ein Obstnetz und hängt es mit einem Draht am Spalier auf. So reißt die Triebranke nicht ab.

 Sonnig und geschützt: Wer eigene Wassermelonen im Garten züchten will, sollte den Standort bewusst auswählen.
Sonnig und geschützt: Wer eigene Wassermelonen im Garten züchten will, sollte den Standort bewusst auswählen. Foto: dpa-tmn/Robert Günther

Weitere Kolumnen finden Sie im Internet unter www.volksfreund.de/garten