1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Keine Angst vor Klassenarbeiten

Keine Angst vor Klassenarbeiten

Zwei Psychologinnen und eine Pädagogin beantworteten Fragen zu Prüfungsangst.

Ich bin 16 Jahre alt und habe während Klassenarbeiten ständig einen Blackout. Was kann ich tun?Julia Sommer, Diplom-Pädagogin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais e.V. in Trier: Hilfreich gegen die Prüfungsangst kann sein, nach den Ursachen zu forschen. Während welchen Prüfungen tritt die Angst auf? Hängt es mit bestimmten Fächern zusammen? Wie bereitest du dich vor? Scheue dich nicht, über das Problem zu reden, mit Eltern, Lehrern oder Fachleuten wie Schulsozialarbeitern. In der Prüfungssituation kannst du den Druck rausnehmen, indem du tief durchatmest und die einfachen Fragen zuerst beantwortest. Noch ein Tipp: Um dich besser auf eine Aufgabe fokussieren zu können, decke alle anderen Fragen ab.Mein Sohn hat einen nervösen Darm und laute Darmgeräusche während Klassenarbeiten. Dadurch hat er Angst und Schlafstörungen.Angela Schuster, Diplom-Psychologin in der Lebensberatungsstelle des Bistums Trier in Hermeskeil: Ich rate zu Autogenem Training, Atemübungen, Achtsamkeitstraining oder Progressiver Muskelentspannung. Beachten Sie, dass all diese Methoden Entspannungstrainings sind. Das heißt, man muss üben und dranbleiben, wie beim sportlichen Training. Empfehlenswert ist auch, die Situation zu "entkatastrophisieren". Dabei kann helfen, sich zu fragen: Nehmen die anderen die Darmgeräusche wahr? Was würde ich denken, wenn jemand Darmgeräusche hätte? Es geht um Scham und darum, selbstbewusst mit der Situation umzugehen und das Erregungsniveau zu senken.Sobald eine Prüfungssituation in der Schule ansteht, klagt meine Tochter über Bauchschmerzen und Übelkeit und will nicht zur Schule. Ich weiß nicht, ob ihre Beschwerden echt sind.Elisa Seimetz, Psychologin im Kompetenzzentrum für angewandte pädagogische Psychologie (KAP) in Trier: Die Symptome sollten ärztlich abgeklärt werden. Gibt es keinen medizinischen Befund, ist es wichtig, dass Sie kein falsches Verhalten verstärken. Das bedeutet, Verständnis zu zeigen, da die Kinder teils tatsächlich Bauchschmerzen empfinden, aber auch, dass Sie gemeinsam überlegen, was Ihrer Tochter helfen kann. Ziel muss sein, dass sie die Situation meistert und in die Schule geht. Dabei spielt die Ursachenforschung eine wichtige Rolle: Die Ursachen können sowohl in der Schule als auch im Elternhaus liegen. Arbeiten Sie mit der Schule zusammen.