Kolumne über die verschiedenen Lavendelarten.

Kolumne Mein schöbner Garten : Vorwitziger und duftender Lavendel

Manche Dinge klingen in keiner Sprache so treffend wie im Dialekt. Der Schopflavendel etwa: eine echte „Vuawatztuutz“. Wie das Hochstämmchen jetzt als Erstes unter den Lavendelgewächsen in Blüte geht und seine violett gefärbten Schaublätter wie gespitzte Hasenöhrchen durchs Fenster schauen lässt, erinnert es doch sehr an eine vorwitzige Person.

Gerade ist der Schopflavendel (Lavandula stoechas) in die Sommerfrische auf den Balkon umgezogen. Anders als seine mediterranen Artgenossen ist er in unseren Breiten nicht winterhart.

Aber auch Gartenlavendel hat seine Eigenarten. Immer häufiger wird Provence-Lavendel angeboten. Er fällt durch besonders lange Blütenstängel auf. Dieser sogenannte Lavandin ist speziell für die Parfüm- und Kosmetikindustrie gezüchtet worden. Da er schnell wächst, lässt er sich leichter heranziehen als Echter Lavendel. Den Produzenten bringt das mehr Ertrag, dem Hobbygärtner oft mehr Verdruss. Erstens ist Lavandin (Lavandula x intermedia) nicht sehr winterhart. Zweitens müsste man sich für einen ansehnlichen Wuchs ständig um die Blüte bringen. Schneidet man Lavandin nicht konsequent zurück – und das heißt bis zu drei Mal in der Saison das obere Drittel einkürzen – verkahlt er von unten. Ich würde jetzt nicht von „betuppen“ sprechen – also jene Vokabel benutzen, die sich vom französichen „duper“ für „täuschen“ ableitet. Schließlich kann so eine Lavandin-Blütenwolke für eine Saison im Kübel sehr hübsch aussehen. Wer allerdings länger etwas von seinem Lavendel haben will, sollte zu Echtem Lavendel (Lavandula angustifolia) greifen. Da hat man Jahr für Jahr sein „Pläsär“.

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