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Kommunen springen vielfach bei

Kommunen springen vielfach bei

Die Zahl der pflegebedürftigen Menschen steigt, die auf finanzielle Unterstützung angewiesen sind. Die Stadt Trier und die vier Landkreise haben unterschiedliche Konzepte, wie sie diese Herausforderung bewältigen wollen.

Trier: Wenn es um das Thema "Hilfe zur Pflege" geht (siehe Extra), ist das Oberzentrum Trier besonders gefordert. Mit 10,08 Millionen Euro hat diese Position 2013 den Gesamthaushalt von 354 Millionen Euro belastet. Das entspricht einem Anteil von 2,8 Prozent. 1065 Menschen erhielten im vergangenen Jahr Hilfe zur Pflege. 2009 waren es noch 938, wobei es die Stadtverwaltung als Erfolg der eigenen Bemühungen ansieht, dass der kostenintensive Anteil der stationären Pflege abgenommen und die ambulanten Hilfen zugenommen haben. Demnach trägt ein Modellprojekt erste Früchte, mit der das Amt für Soziales und Wohnen den ambulanten Bereich stärken will. Dazu gehört unter anderem, dass nicht mehr die Leistungserbringer, sondern die Stadt als Sozialhilfeträger für die konkrete individuelle Bedarfsplanung verantwortlich ist. Ziel ist es, den Menschen möglichst lange ein Leben zu Hause zu ermöglichen. Der druckfrische Pflegestrukturplan für Trier sieht unter anderem vor, dass die demografische Entwicklung in den Ortsbezirken intensiver analysiert wird. Kreis Trier-Saarburg: Die Nettoaufwendungen 2013 des Kreises Trier-Saarburg für die Hilfe zur Pflege betragen 2,65 Millionen Euro (Gesamtvolumen des Kreishaushaltes: 163,4 Millionen Euro). 2009 lag das Nettoaufkommen für diese Position noch bei 2,09 Millionen Euro. Eine weitere Steigerung ist auch hier zu erwarten. Für die Bewältigung der Folgen des demografischen Wandels setzt Trier-Saarburg auf seine "Regionalstrategie Daseinsvorsorge" und die "Leitstelle Familie" im Rahmen des vom Bund initiierten Modellvorhabens der Raumordnung (Moro). In regionalen Förderkonferenzen werden bestehende Angebote der Pflege analysiert und weiterentwickelt. Die Zusammenarbeit mit den sechs Pflegestützpunkten dient vor allem der kostenfreien Information und Beratung der Menschen. Eine Vorreiterrolle übernimmt der Kreis bei alternativen Pflege- und Betreuungsformen, wie Wohngemeinschaften für Senioren (TV vom 27. September).Kreis Bernkastel-Wittlich: 2,85 Millionen Euro entfielen im Jahr 2013 in diesem Kreis auf Hilfe zur Pflege, wobei mehr als drei Viertel davon für Heimkosten gezahlt wurden. Insgesamt erhielten 566 Menschen finanzielle Unterstützung zur Pflege, 2009 waren es 500). Auch für den Kreis Bernkastel-Wittlich ist Pflege ein zentrales Schwerpunktthema mit dem Ziel, seine Ortsgemeinden als akttraktive Lebensräume für Jung und Alt zu erhalten. Das Projekt "Zu Hause alt werden" und regionale Pflegekonferenzen nennt die Kreisverwaltung als ein Hilfsmittel dazu. Innerhalb dieses Projekts haben sich bislang 13 Initiativen gegründet, die sich auf Ortsgemeindeebene um ein besseres Angebot von Pflege und Betreuung bemühen. Die regionale Pflegekonferenz hat bereits 17-mal getagt und unter anderem eine Imagekampagne Altenpflegeausbildung sowie den Wegweiser zur häuslichen Pflege entwickelt. Eifelkreis Bitburg-Prüm: Im Eifelkreis wurden im Jahr 2013 Bruttoausgaben von 263 000 Euro für die häusliche Pflege und 4,65 Millionen Euro für die Versorgung und Betreuung von Menschen in Pflegeheimen ausgegeben. Davon tragen Kreis und Land jeweils die Hälfte. Besonders die Ausgaben für die stationäre Versorgung sind dabei in den vergangenen drei Jahren deutlich gestiegen. 945 derzeit vorhandene Pflegeplätze reichen nach Einschätzung der Verwaltung dennoch aus, um in den kommendne Jahren den Bedarf zu decken. Auch im Eifelkreis Bitburg-Prüm hat die Pflege einen hohen politischen Stellenwert. Auch hier wurde 2013 durch ein externes Institut eine Pflegestrukturplanung erarbeitet. Es gibt auch Handlungsempfehlungen als Leitlinien für die Verwaltung, die politischen Gremien und alle an der Pflege Beteiligten die eine engere Vernetzung vorsehen. Baustein dieser Zusammenarbeit ist eine Kooperationsvereinbarung, die zwischen Pflegestützpunkten, den Sozialdiensten der Kankenhäuser umd dem Sozialamt des Kreises abgeschlossen wurde. Diese zielt auf die bessere Betreuung von älteren Menschen beim Übergang aus dem Krankenhaus in den häuslichen Bereich. Vulkaneifelkreis: Derzeit erhalten 55 Menschen im häuslichen Umfeld sowie 257 Personen in stationären Einrichtungen Hilfe zur Pflege. Die Steigerung im Vergleich zum Jahr 2009 beträgt etwa 25 Prozent. 2013 betrug das Nettoaufkommen dafür 1,53 Millionen Euro (2009: 1,29 Millionen Euro). Die Verwaltung geht von weiter steigenden Kosten aus. Da die Leistungen der Pflegeversicherung oft nicht ausreichen, wird auch mit einem Anstieg der Zahl der Sozialhilfeempfänger gerechnet. Im Frühjahr hat der Kreis Vulkaneifel ein Projekt auf den Weg gebracht, das die Gesundheitsversorgung für die Zukunft sichern soll. Die Verwaltung setzt dabei auch darauf, den Menschen ein möglichst langes Leben in den eigenen vier Wänden zu ermöglichen. r.n.