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Kopfschmerzen langfristig in den Griff bekommen

Gesundheit : Kopfschmerzen langfristig in den Griff bekommen

Kopfschmerzen bei Jugendlichen werden oft als Bagatelle eingeordnet, führen aber häufig zu Schulausfall und schränken das Alltagsleben stark ein. Studien bestätigen, dass Migräne oder Spannungskopfschmerzen infolge von Stress, Leistungsdruck, zu viel Zeit am Bildschirm oder zu wenig Bewegung auftreten können und eine hohe Anzahl an Jugendlichen darunter leidet.

In der Corona-Pandemie haben sich die Fälle stark gehäuft. Auch vermutet die Forschung, dass Migräne im heranwachsenden Alter das Risiko weiterer Schmerzen im Erwachsenenalter erhöht. Um zu vermeiden, dass Jugendliche eigenständig zu frei verkäuflichen Medikamenten greifen und diese mehr oder weniger laufend einnehmen, sollten die Schmerzen von den Eltern ernst genommen und von einem Experten geprüft und behandelt werden. Die Therapie von Kopfschmerzen sollte nämlich möglichst ganzheitlich ausgerichtet sein und sich nicht rein auf die medikamentöse Behandlung beschränken. Im Klinikum Mutterhaus behandeln wir chronische Kopfschmerzen bei Kindern und Jugendlichen mit einem Ansatz, der nicht-medikamentöse Verfahren berücksichtigt und die Schmerzintensität, Anzahl der Schmerztage sowie die Notwendigkeit von Schmerzmitteln im Allgemeinen reduziert. Hierfür wenden wir als Schmerztherapeuten unter anderem Ausdauersport, Entspannungstechniken, erlebnispädagogische Elemente und Verhaltensänderungen zur Stressreduktion und zur verbesserten Schlafhygiene an. Jedes Jahr bieten wir Jugendlichen während der Ferien in der Schmerztagesklinik im Klinikum Mutterhaus Nord ein gezieltes Programm gegen Kopfschmerzen an. Ein ganzheitlicher, interdisziplinärer Ansatz hat sich in der Therapie von chronischen Schmerzen bewährt und ist genauso in der Anwendung bei Kindern und Jugendlichen wirksam.

Dr. med. Birgit Pickan, Oberärztin in der Schmerzmedizin am Klinikum Mutterhaus.