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Verbraucher
Energie- und Wärmeräuber im Griff

Die Deutschen verbrauchen mehr Energie zum Heizen. Das Energiesparen steht beim Weltverbrauchertag heute besonders im Fokus.
Die Deutschen verbrauchen mehr Energie zum Heizen. Das Energiesparen steht beim Weltverbrauchertag heute besonders im Fokus. FOTO: Ole Spata / dpa
Trier/Mainz/Luxemburg. Heute wird zum 35. Mal der Weltverbrauchertag begangen. Diesmal im Fokus: Energieverbrauch und Anbieterwechsel. Von Sabine Schwadorf
Sabine Schwadorf

Erstaunlich, aber ohne den 35. US-Präsidenten John F. Kennedy würde es wohl am heutigen Donnerstag weltweit keinen Weltverbrauchertag geben. Warum das so ist? Weil Kennedy am 15. März 1962 vor dem Kongress der Vereinigten Staaten drei grundlegende Verbraucherrechte proklamierte und damals erstmals den Bürger als Konsumenten mit seinen Rechten in den Mittelpunkt der Politik gerückt hat. So forderte Kennedy damals:

- den Schutz vor irreführender Werbung und Kennzeichnung

- den Schutz vor gefährlichen und unwirksamen Medikamenten

- und das Recht, aus einer Vielzahl von Produkten auf marktgerechte Preise zurückgreifen zu können.

Seitdem ist viel geschehen, um die Rechte von Verbrauchern durchzusetzen, weltweit, aber auch in Deutschland: So wird seit 35 Jahren jedes Jahr am 15. März der Weltverbrauchertag begangen. Die unterschiedlichsten Akteure legen dabei jedes Mal ein Kernthema fest, der Verbraucherzentrale Bundesverband hat das Thema Energie und Verbraucherrechte in diesem Jahr in den Vordergrund gestellt: „Es ist schon einiges erreicht worden, aber es ist noch lange nicht alles im grünen Bereich“, sagt Ulrike von der Lühe von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz (siehe Nebentext) und verweist auf Energiefresser und Rechtsprobleme bei Vertragswechseln. „Und mit einer komplexer, internationaler und digitaler werdenden Konsumentenwelt wird es auch für den Verbraucherschutz nicht leichter.“ Es sei noch einiges zu tun. Folglich achteten die Verbraucherschützer etwa auch darauf, dass wie nun bei der neuen Musterfeststellungsklage durch die neue Bundesregierung in Folge des Diesel-Skandals die Verbraucher auch ihre Rechte ausüben könnten.

Auch auf europäischer Ebene wird seit 1999 der Europäische Verbrauchertag begangen. Diesmal dreht sich alles um die Auswirkungen der digitalen Veränderungen. So geht das Europäische Verbraucherzentrum Luxemburg diesmal gerade auf junge Leute zu, um diese zu informieren und zu beraten. „Es ist elementar, die Rechte der Verbraucher insbesondere in einem weitumspannten Raum wie dem der EU von Beginn an zu stärken und weiterzuentwickeln“, sagt Karin Basenach, Direktorin des Europäischen Verbraucherzentrums in Luxemburg.

Warum der Verbraucherzentrale Bundesverband das Thema Energie zum Kernthema dieses Jahres gemacht hat, zeigen die jüngsten Zahlen: Die Deutschen haben 2016 zum zweiten Mal infolge mehr Energie für Wohnen benötigt. Die privaten Haushalte verbrauchten mit 665 Milliarden Kilowattstunden 1,4 Prozent mehr Energie als im Vorjahr, hat das Statistische Bundesamt ermittelt. Zwar wurden seit 2010 deutlich weniger Strom und Heizöl verbraucht, allerdings sind eine wachsende Bevölkerung und ein höherer Bedarf an Energie für Raumwärme die Treiber.

Die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz bietet dazu zwei Checks an. Wer bis zum 13. April Infos über Alter, Größe und Nutzungshäufigkeit von verschiedenen Elektrogeräten in seinem Haushalt wie Lampen, Kühl- und Gefriergeräten, Spülmaschinen oder Photovoltaikanlagen mitbringt, erfährt mittels einer Analyse des Energieberaters, ob das aktuelle Gerät teurer im Verbrauch ist oder eine Neuanschaffung des Geräts sinnvoller wäre. Zusätzlich gibt es einen kostenlosen „Energie-Check“ für zu Hause im Wert von 166 Euro für den Basischeck von Strom und Heizenergieverbrauch oder 226 Euro für den Gebäudecheck inklusive der Gebäude- und Heizungsanalyse.

Infos und Anmeldung unter Telefon 0651-48802.

Zum Energiesparen und Energierecht gibt es auch am Mittwoch, 21. März, mit der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz eine Telefonaktion. Weitere Infos folgen.