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Leser stellen Fragen zu Allergien

Gesundheit : Kopfjucken, Ausschlag, Luftnot: Das hilft bei Allergien

Nachgefragt: Drei Fachärzte beantworteten viele Leserfragen am TV-Telefon.

Viele Menschen leiden unter Allergien. Die quälenden Begleiterscheinungen plagen sie immens. Ratschläge und Hilfe gab es bei der TV-Telefonaktion und die Leser haben den Service gut genutzt. Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten:

Kann ich mich trotz Histaminintoleranz mit einem mRNA-Impfstoff gegen Corona impfen lassen?

Dr. med. Norbert Herrmann, Facharzt für Allergologie, Dermatologie, Phlebologie und Proktologie in Trier: Vereinzelt wurden allergische Reaktionen auf Corona-Impfstoffe beschrieben, dennoch ist laut Paul-Ehrlich-Institut eine Allergie keine Kontraindikation für eine Impfung. Das heißt, es spricht nichts dagegen. In den mRNA-Impfstoffen ist auch kein Hühnereiweiß, wie in anderen Impfstoffen, enthalten. Dies könnte eher zu allergischen Reaktionen führen. Nach der Impfung wird eine verlängerte Beobachtungszeit empfohlen.


Ich bin 83 Jahre alt und leide seit zehn Jahren unter Pollen-, Hausstaub- und Katzenallergien. Wenn ich schlecht Luft bekomme, nehme ich ein cortisonhaltiges Asthmaspray ein. Ich überlege, eine Hyposensibilisierung machen zu lassen.

Herrmann: Aufgrund Ihres fortgeschrittenen Alters und des breiten Allergiespektrums empfehle ich keine spezifische Immuntherapie, wie die Hyposensibilierung. Unterstützend zu den Medikamenten sollten Sie milbendichte Bettwäsche nutzen, Staubsauger sollten sogenannte Hepa- Filter enthalten, auch kann ein Luftreiniger mit Hepa-Filter Pollen- und Hausstaubmilben filtern. Neue Studien zeigen, dass auch der Corona-Mund-Nasenschutz die Pollenbelastung außer Haus deutlich reduzieren kann.


Meine Kopfhaut juckt stark. Was kann das sein?

Herrmann: Häufigste Ursache hierfür ist ein seborrhoisches Ekzem, also keine Allergie. Dieses Ekzem kann beispielsweise gut durch ein ketozolinhaltiges Shampoo behandelt werden. Relativ häufig kommt es zu Kontaktallergien auf Bestandteile in Shampoos, die durch einen Epikutantest (Pflastertest) herausgefunden werden können. Bei kleinen Kindern oder Kontakt zu Kindern sollte man natürlich auch Kopfläuse ausschließen.

Verstärken Luftfilter, die auch kühlen, eine Hausstaubmilbenallergie?

Dr. med. Erik Wessolleck, Oberarzt der HNO-Abteilung Mutterhaus: Sie können davon ausgehen, dass die Beschwerden der Hausstaubmilbenallergie davon unberührt bleiben.

Nachdem ich ein neues Medikament genommen habe, hatte ich einen quaddelförmigen Ausschlag. Dann habe ich es abgesetzt und es wurde besser. Bei einem weiteren Medikament traten die Beschwerden erneut auf und halten an.

Dr. med. Christian Kaes, Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Intensivmedizin, ist Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin IV / Pneumologie im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier: Hier stehen die Medikamente unter Verdacht, die Hautreaktion auszulösen. Ein Allergietest bei einem Allergologen ist sinnvoll. Hierzu müssen Antihistaminika vierzehn Tage vorher abgesetzt werden.


Im Haus habe ich Luftnot und einen Hustenreiz. Kann das mit den Wellensittichen, die wir seit ein paar Monaten haben, zusammenhängen?

Kaes: Es könnte eine sogenannte Vogelhalterlunge vorliegen. Im Gegensatz zu Asthma, eine Erkrankung der Atemwege, kommt es hierbei zu einer Allergiereaktion, die sich im Lungengewebe abspielt. Zur Untersuchung ist meist eine Computertomographie des Brustkorbs und eine Bronchienspiegelung notwendig. Die wichtigste Maßnahme ist allerdings die Allergenkarenz, das heißt, die Vögel müssen abgeschafft und die Wohnung gereinigt werden.


Als Kind hatte ich Neurodermitis und im Frühjahr gelegentlich eine Bindehautentzündung und Heuschnupfen. Jetzt habe ich beim Sport Luftnot. Was kann das sein?

Kaes: Es gibt ein allergisches Asthma, ein nicht allergisches Asthma und Mischformen. Es sollte ein Allergietest gemacht werden, die Lungenfunktion überprüft werden und ein Peak-Flow-Protokoll erfolgen, um die Diagnose zu bestätigen. Dann sollte eine Therapie eingeleitet werden.