Lieber mit Essig und Öl

Ein Kartoffelsalat ist und bleibt eine deftige Angelegenheit. Das beweist ein Test der Stiftung Warentest von 22 ganz unterschiedlichen, abgepackten Salaten.

Trier. (red/td) Alle untersuchten Salate liefern genug Kalorien. Trotzdem fällt das Ergebnis insgesamt positiv aus: Jeder zweite Kartoffelsalat ist "gut", zehn sind "befriedigend", nur einer, der Biosalat von Söbbeke, ist "ausreichend".

Es sind Fehler in Aussehen und Geschmack, erhöhte Keimgehalte und fettreiche Soßen, die zu unterschiedlichen Qualitätsurteilen führen. Im Test waren auch die beiden konkurrierenden Regionalvarianten: die norddeutsche mit Mayonnaise oder Salatcreme sowie die süddeutsche mit Essig und Öl.

Süddeutsche Rezeptur hat weniger Kalorien



Betrachtet man allein Kalorien- und Fettgehalt, so haben die drei Salate mit süddeutscher Rezeptur klare Vorteile. Der Münchner Kartoffelsalat von Homann liefert mit 186 Kilokalorien pro 200-Gramm-Portion den "magersten" Salat, ist inzwischen aber nicht mehr im Handel. Auch Nadlers Bayerischer Kartoffelsalat und die Essig-Öl-Variante von Schlossküche sind leichter als andere (2,38 bis 2,53 Euro pro Kilo). Selbst die drei "guten" Light-Salate bringen es da auf mehr Kalorien: 246 pro Portion beim Testsieger Du darfst (4,95 Euro) und beim Saisonprodukt von Weight Watchers - sowie satte 328 Kilokalorien und 21 Gramm Fett bei Homann leichter Genuss (2,84 Euro).

Grund für die Kalorienzählerei: Kaum ein Mahl belässt es beim Salat, Bratwürste und Steaks sind beliebte Begleiter. Kommt zur Portion Kartoffelsalat ein Würstchen hinzu, wird bei Jung und Alt die empfohlene Energiezufuhr pro Hauptmahlzeit - 540 Kilokalorien - schnell überschritten.

Am meisten zu Buche schlagen die "befriedigenden" Salate von Gloria, Plus/Saladio und Rewe/ja (1,69 bis 1,89 Euro pro Kilo). Die beiden letzten kommen auf über 31 Gramm Fett pro Portion - das ist mehr als empfohlen.

Unschönes Aussehen und Fehler im Geschmack



Zwei Drittel der Kartoffelsalate fielen durch unschönes Aussehen oder Fehler im Geschmack auf. Das gilt für Salate mit weißer Soße und für jene mit Essig und Öl, wie die zwei Produkte von Nadler zeigen: Der Kartoffelsalat mit Ei und Gurke und der Bayerische hatten einige Kartoffelaugen und dunkle Stellen. Bei Tip schmeckten die Kartoffeln etwas alt und sahen leicht grau aus. Beim Münchner Kartoffelsalat von Homann machte sich unter anderem ein Rauch-Aroma breit, obwohl er keinen Speck enthielt.

Schwerwiegend waren diese Fehler aber nicht, so dass die sensorische Beurteilung noch "befriedigend" heißt. Sensorisch einwandfrei waren die Salate von Aldi (Nord), Aldi (Süd), Du darfst, Gloria, Homann leichter Genuss, Lidl und Schlossküche (mit Ei und Gurke).

Bio-Produkt als größte Enttäuschung



Am enttäuschendsten in Aussehen und Geschmack aber war der Salat von Söbbeke, das einzige Bioprodukt im Test. Die Tester fanden viele graubraune Scheiben und alt schmeckende Kartoffeln. Dazu viele Hefepilze, so dass auch das Urteil in der Mikrobiologie nur "ausreichend" lautet. Dafür kommt Söbbeke im Vergleich zu allen anderen Salaten gänzlich ohne Zusatzstoffe bis auf Verdickungsmittel aus. Das finden womöglich jene gut, die auf selbst gemachten Salat schwören.

Weitere Themen im Juli-Heft von test: Türsicherungen, Camcorder, Lichtschutzmittel und Pflegedienste.