Lust auf Neues wecken

In den Tagen vor Schulbeginn können Eltern einiges für ihre Kinder tun, damit der Schritt in die neue Lebensphase gelingt. Der Trierische Volksfreund gibt mit einer Artikelreihe Hilfestellung. Den Beginn machte eine Telefonaktion.

Trier. Zwei Experten gaben Tipps am TV-Telefon, was gegen das manchmal flaue Gefühl und Unsicherheiten zum Schulstart hilft.Ich bin am zweifeln, ob mein Kind überhaupt schulreif ist. Ein Freund von unserem Sohn kann schon viele Worte schreiben. Was sollten Erstklässler können?Kerstin Sperber, Schulpsychologin Auguste-Viktoria-Gymnasium, Trier: Er muss auf keinen Fall schreiben können. Die Telefonnummer sollte er kennen und eventuell seinen Namen schreiben können. Erstklässler sollten sich selbstständig anziehen, Tätigkeiten bis zum Ende ausführen können und das Spielzeug hinterher eigenständig aufräumen. Wichtig ist auch, dass sie sich eine gewisse Zeit konzentrieren und still sitzen können. Unsere Tochter reagiert auf Veränderungen oft mit Bauchschmerzen. Jochen Fredrich, Psychologe, Palais e.V. Trier: Nehmen Sie die Beschwerden Ihrer Tochter ernst, aber fördern sie kein so genanntes Vermeidungsverhalten. Sprechen Sie mit der Klassenleitung über die Bauchschmerzen. Ihre Tochter kann trotzdem zur Schule gehen, und parallel dazu können sie sich für die Dinge interessieren, die in der Schule passieren und ihr somit Rückhalt geben. Haben Sie Tipps für uns, wie wir es mit den Hausaufgaben handhaben sollten?Kerstin Sperber: Finden Sie heraus, wann die beste Zeit für die Hausaufgaben ist. Für manche Kinder ist das direkt nach dem Mittagessen, andere Kinder brauchen noch eine Stunde Freiraum. Allerdings sollte diese Zeit nicht zum Fernsehen oder Computer spielen genutzt werden. Hausaufgaben immer zur gleichen Zeit zu machen und ein ruhiger Arbeitsplatz wirken sich günstig auf das Lernverhalten aus. Am Anfang ist es hilfreich, wenn sie sich in der Nähe ihres Kindes aufhalten. Kinder freuen sich, wenn sie selbst etwas hinbekommen. Loben Sie viel. Unser Sohn schwankt zwischen Vorfreude auf die Schule und Angst. Kerstin Sperber: Planen Sie den Ersten Schultag mit ihrem Kind. Zeigen Sie ihm den Schulweg und die Schule, und überlegen sie sich etwas Nettes für danach. Das kann das Kochen des Lieblings-Essens sein oder eine Unternehmung am Nachmittag, die ihm gefällt. Unsere Tochter (15) muss die Klasse wiederholen. Ich glaube, sie hat Angst davor.Kerstin Sperber: Wichtig ist, dass man ehrlich zu sich ist und überlegt, woran es gelegen hat. Der Start sollte gut geplant sein. Einen Lernplan zu erstellen, in dem erreichbare Ziele festgelegt werden, ist empfehlenswert.

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