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MAHLZEIT

Susanne Umbach.Foto: privat
Susanne Umbach.Foto: privat FOTO: Stefan F. Saemmer (g_mehrw
Raclette gehört zu den Top Ten der Silvester-Speisen. Es ist einfach vorzubereiten und ideal für den gemütlichen Abend mit Familie und Freunden.

Jeder kann nach Lust und Laune das eigene kleine Pfännchen füllen. Neben der Hauptzutat Käse passen viele Leckereien wie Silberzwiebeln oder Cornichons, aber auch Gemüse, Oliven, Garnelen, Lachs oder sogar Obst dazu. Kartoffeln oder Weißbrot runden das Angebot ab. Zurück zum Käse: Darf die Rinde eigentlich mi0tgegessen werden? Der klassische Raclette-Käse kommt aus der Schweiz, seine Rinde ist natürlich gereift und essbar. Sie entsteht durch das Eintauchen der Käselaibe in ein Salzbad oder durch das Wenden in Trockensalz. Das Salz entzieht dem Käse die Molke und die Rinde entsteht. Sie schützt den Käse vor dem Austrocknen, vor Verschmutzungen und auch vor Schädlingen. Aber nicht immer entsteht die Käserinde durch einen natürlichen Prozess. Künstlich hergestellte Käsehüllen zum Beispiel aus Paraffin, Wachs oder Kunststoff sind nicht essbar. Sie sind als Kunststoffüberzug zu kennzeichnen. Zusätzlich ist ein Hinweis "Rinde zum Verzehr nicht geeignet" auf der Verpackung anzugeben. Wurde die Oberfläche von Käse mit dem Konservierungsstoff Natamycin behandelt, muss das in der Zutatenliste gekennzeichnet werden. Zu erkennen ist das an der Angabe "Konservierungsstoff Natamycin" oder "Konservierungsstoff E 235". Bei unverpackter Ware an der Theke reicht ein allgemeiner Hinweis "mit Konservierungsstoff" oder "konserviert" in der Nähe des Produktes aus. Hier kann man jedoch direkt beim Verkaufspersonal nachfragen. Wer ganz sicher sein will, dass die Oberfläche "Natur pur" ist, sollte auf Bio-Käse zurückgreifen. Bei diesem darf der Konservierungsstoff nicht eingesetzt werden. Übrigens ist Natamycin nicht gesundheitsschädlich, aber es wirkt antibiotisch und wird in der Humanmedizin zur Behandlung von Pilzerkrankungen eingesetzt. Bei häufigem Verzehr kann es zur Bildung von Resistenzen kommen und das Medikament verliert seine Wirkung. Deshalb sollte man bei derart behandeltem Käse die Rinde etwa einen halben Zentimeter dick abschneiden. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Kolumnen finden Sie unter volksfreund.de/kolumnen