mahlzeit

Haben Sie schon von der trendigen Paleo- oder Steinzeit-Diät gehört? Promis schwören darauf. Diese Ernährungsform orientiert sich daran, wie unsere Vorgänger wohl gegessen haben, als noch kein Ackerbau und Viehzucht betrieben wurde.

Ihre Befürworter gehen davon aus, dass das menschliche Erbgut sich seit dieser Zeit nicht verändert hat. Daher müsse diese alte Ernährungsweise als einzig "gesunde" angesehen werden. Die Verfechter der Theorie empfehlen, auf heute alltägliche Lebensmittel zu verzichten. So sind Getreide und alle daraus verarbeiteten Produkte, Hülsenfrüchte, Kartoffeln sowie Milchprodukte, verarbeitete Lebensmittel und Zucker tabu. Stattdessen stehen Wildfleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Eier, Wildbeeren, Kräuter, Pilze und Nüsse auf dem Speiseplan. Positiv sind die Empfehlungen für saisonale und unverarbeitete Lebensmittel sowie der hohe Anteil an Gemüse und Obst. Allerdings führt ein Verzicht auf Getreideprodukte und pflanzliche Fette zu einer kohlenhydratarmen Ernährung mit vielen tierischen Fetten und Eiweiß. Gegen weniger Kohlenhydrate aus Lebensmitteln, die Zucker oder Weißmehl enthalten, spricht nichts. Aber ein Zuviel an Eiweiß belastet die Nieren. Das kann sich negativ auf Calcium-Bilanz, Knochengesundheit und Säure-Basen-Haushalt auswirken. Zudem hat sich das Erbgut der Menschen verändert. Außerdem entstehen viele ernährungsbedingte Zivilisationskrankheiten, weil wir zu viel und einseitig essen. Übrigens hatten die Steinzeitmenschen mit Sicherheit reichlich Bewegung. Vielleicht sollte man sich an dieser "alten" Gewohnheit orientieren. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Fragen: ernaehrung@volksfreund.de TV-Kolumnen gibt's unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>