Mahlzeit

Mit dem neuen Jahr ist es an der Zeit, sich endlich ernsthaft Gedanken über die Gesundheit zu machen. Natürlich weiß jeder, dass das heißt, besser zu essen und sich mehr zu bewegen.

Doch aller Anfang ist schwer. Das wissen auch die Anbieter von Saftkuren. Bevorzugt im Internet bieten sie für "teuer Geld" mehrtägige Saftkuren für einen inneren Frühjahrsputz an. Doch lohnt sich die Investition? Zunächst ist sie ein lukratives Geschäft für die Hersteller, kostet doch eine dreitägige Kur schnell mal mehr als 100 Euro. Säfte liefern nur wenige Kalorien, was für einen starken Abnehmeffekt spricht. So eine einseitige Ernährung ist jedoch nichts für Hochleistungssportler, Kinder, Schwangere und stillende Frauen sowie schwache Personengruppen - und schon gar nichts für einen längeren Zeitraum. Die Inhaltsstoffe von Säften sind durchaus nicht negativ zu bewerten, sie enthalten reichlich Wasser, viele Vitamine und wertvolle Mineralstoffe. Das gilt auch für herkömmliche Produkte aus dem Supermarkt oder für frisch Gepresstes. Noch besser ist: Auf ganze Früchte und frisches Gemüse zu setzen, so wird der Körper mit weiteren wichtigen Pflanzenstoffen, wie Ballaststoffen, versorgt. Wenn der Speiseplan zudem kleine Portionen Eiweißreiches wie Milchprodukte, Eier, Fisch oder Fleisch und hochwertige Pflanzliche Öle enthält, ist bereits die Basis für ausgewogenes Essen auf dem Teller gelegt. Machen wir uns nichts vor: Klar können durch zwei bis drei Wochen Selbstkasteiung keine langjährigen Fehler in der Ernährung ausgelöscht werden. Aber bewusst eingesetzte Gemüse- oder Obst-Tage können ein Anstoß sein, die liebgewonnenen Gewohnheiten von zu viel Süßem, Fettigem und Alkoholischem zu verändern. Aufgepasst: Obstsaft pur liefert reichlich Fruchtzucker. Mit Wasser als Schorle gemischt wird ein guter Durstlöscher daraus. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Kolumnen finden Sie unter volksfreund.de/kolumnen

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