mahlzeit

Können Fleisch, Milch, Eier und Brot zur "Übersäuerung" des Körpers führen und so Krankheiten wie Rheuma, Gicht oder Darmerkrankungen verursachen? In Büchern und im Internet wird das immer wieder behauptet. Wissenschaftlich erwiesen ist es jedoch nicht.

Zur Vorbeugung werden regelmäßige Messungen des Säuregrades im Urin empfohlen. Aber eine Übersäuerung des Organismus ist so nicht zu erkennen, denn medizinisch gesehen ist saurer Urin normal. Auch möchte die Werbung uns glauben machen, dass bestimmte basisch wirkende Nahrungsergänzungsmittel in Pulver- oder Pillenform zur Vorbeugung einer Übersäuerung notwendig sind. Das stimmt so nicht: Die natürlichen Puffersysteme im gesunden Körper sowie ausgewogenes Essen und Trinken sorgen für einen geregelten Säure-Base-Haushalt. Tatsächlich entstehen im Stoffwechsel Säuren, insbesondere nach dem Verzehr eiweißreicher tierischer Lebensmittel sowie Getreide. Der Körper scheidet diesen Säureüberschuss jedoch auf verschiedenen Wegen - über die Lunge, den Schweiß und die Nieren - wieder aus. Wer zudem üppig bei Gemüse und Obst zugreift, versorgt den Körper mit reichlich basisch wirkenden Mineralstoffen und Spurenelementen. Diese neutralisieren die im Stoffwechsel anfallenden Säureanteile. Mit einem maßvollen Genuss von ein bis zwei kleinen Fleisch- beziehungsweise Wurstmahlzeiten pro Woche kann diese Säurelast zudem niedrig gehalten werden. Diese Empfehlung gilt besonders für Gichtpatienten und Menschen mit rheumatischen Beschwerden, weil damit weniger entzündungsfördernde Substanzen aufgenommen werden. Wichtig ist auch, täglich ausreichend Wasser, ungesüßte Tees oder Saftschorlen zu trinken. Das hilft der Niere die anfallenden sauren Stoffe auszuscheiden. Wer sich zudem regelmäßig körperlich bewegt, unterstützt automatisch die Entgiftung über die Atmung. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Fragen an: ernaehrung@volksfreund.de Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch unter ww.volksfreund.de/kolumne