mahlzeit

Das Sortiment laktosefreier Spezialprodukte wächst stetig. Diese Erzeugnisse werden speziell für Personen angeboten, die an einer Milchzuckerunverträglichkeit leiden, und erwecken den Eindruck, sie seien für diese Menschen notwendig.

Immerhin leidet jeder siebte Deutsche an einer Milchzucker-unverträglichkeit (Laktoseintoleranz). Dem Körper fehlen bestimmte Enzyme, und daher kann er nur sehr geringe Mengen des Zuckers verdauen. Nach dem Verzehr laktosehaltiger Lebensmittel treten Verdauungsbeschwerden wie Durchfall und Bauchschmerzen auf. Laktosefreie Milch kann hierbei hilfreich sein. In vielen anderen herkömmlichen Milchprodukten ist die Konzentration an Milchzucker aber natürlicherweise so gering, dass sie für die meisten milchzuckerempfindlichen Personen unproblematisch sind. So enthält Butter weniger als ein Prozent Laktose und wird gut vertragen, da sie zudem nur in geringen Mengen verzehrt wird. Hart- und Schnittkäse wie Emmentaler, Bergkäse oder Parmesan enthalten durch den Herstellungsprozess allenfalls noch Spuren von Milchzucker. Laktosefreie Milcherzeugnisse sind jedoch auch nicht ganz "ohne", sie dürfen weniger als 0,1 Prozent Milchzucker enthalten. Dieser Wert hat sich in der Praxis auch für andere Produkte durchgesetzt. Konkrete gesetzliche Regelungen stehen jedoch noch aus. Wie viel Milchzucker ein Betroffener verträgt, ist letztendlich individuell und sollte ausgetestet werden, bevor man zu speziellen Produkten greift. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Bei Fragen Mail an: ernaehrung@volksfreund.de Kolumnen finden Sie untervolksfreund.de/kolumnen