Mahlzeit

140 Liter Wasser für eine Tasse Kaffee - kann das sein? Wer morgens sein Tässchen Kaffee trinkt, verbraucht nicht nur die 200 Milliliter Wasser in der Tasse. Schon zuvor floss ein Vielfaches davon in den Anbau und die Verarbeitung der Bohnen - ganze 140 Liter sind es für eine Tasse Kaffee.

Sichtbar ist die Menge nicht, man spricht daher von virtuellem Wasser. Real bleibt der Verbrauch trotzdem. In Deutschland verbraucht eine Person pro Tag bis zu 4000 Liter virtuelles Wasser, Tendenz steigend. Die meisten dürfte das erstaunen. Schließlich gilt der durchschnittliche Verbrauch an Trinkwasser in Deutschland seit Jahren als rückläufig. Der tägliche Durchschnitt pro Kopf hat sich bei 130 Litern eingependelt. Bei Lebensmitteln hängt der Gehalt an virtuellem Wasser davon ab, wie produziert wird. Dabei spielen auch klimatische Bedingungen eine Rolle. So verschlingen spanische Früherdbeeren aus dem trockenen Klima Andalusiens ein Mehrfaches der Wassermenge, die einheimische Früchte aus dem Freiland benötigen. Auch im Fleisch steckt mehr kühles Nass als man denkt: Neben dem Wasser zum Tränken der Tiere werden viele Liter beim Anbau von Mais, Soja und Co. vergossen. Wer Wasser sparen will, sollte also nicht nur an sparsame Haushaltsgeräte denken, sondern auch sein Essverhalten prüfen. Pflanzliche Lebensmittel sind nicht nur in diesem Punkt ratsam, vor allem heimisches Gemüse und Obst der Saison. Jedes Jahr am 22. März, dem Tag des Wassers, rückt die kostbare Ressource deshalb in den Blickpunkt. Denn weltweit haben noch immer 1,2 Milliarden Menschen keinen Zugang zu sauberem Wasser. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Fragen: ernaehrung@volksfreund.de TV-Kolumnen gibt's unter <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>