Mahlzeit

Weihnachten ist traditionell die Zeit des Genießens, und das ist auch gut so. Schön, wenn man die Feiertage als Phase der Besinnung und Entschleunigung mit Familie und Freunden voll auskostet.

Selbstverständlich gehört dann auch Leckeres auf den Tisch. Wie wäre es mit einem nachhaltigen Festtags-Schmaus mit heimischen Produkten? Lebensmittel, die nicht weit transportiert werden mussten und vor Ort ausreifen konnten, schmecken besser und haben oft mehr gesunde Inhaltsstoffe. Vielfach sieht die Realität jedoch ganz anders aus: Bevor Lebensmittel bei uns landen, reisen sie oft um die halbe Welt. Bei einem "Weltmarkt-Essen" mit grünen Böhnchen aus Kenia, Kartoffeln aus Ägypten, Steaks aus Argentinien, einem Nachtisch mit Mango aus Brasilien und Wein aus Südafrika kommen schnell mehrere 10 000 Kilometer zusammen. Aber auch innerhalb Europas führt der zunehmende LKW-Verkehr zu Belastungen durch Lärm und Abgase. Aber es gibt keinen Grund, in die Ferne zu schweifen, denn das Gute liegt so nah: Der Hofladen beim Bauern um die Ecke bietet für das nachhaltige Weihnachtsmenü vieles, was das Herz begehrt. Vor Ort gewachsenes Gemüse und frisch geernteter Salat - beides nicht weitgereist und überlagert, sondern voller Geschmack und mit allen wichtigen Inhaltsstoffen. Ausschau kann man auch halten nach einer nicht gequälten Weihnachtsgans aus der Region, Käse und Fisch von "um die Ecke", Wild aus nachhaltiger Forstpflege, schmackhaften Eiern von glücklichen Hühnern und Honig vom Imker im Nachbarort. Auch wer in der Stadt lebt, muss auf regionale Produkte nicht verzichten. Da gibt es die Wochenmärkte, deren Händler über die Herkunft der regionalen Produkte Auskunft geben, und auch Bio-Kisten und Gemüse-Lieferanten, die frei Haus liefern oder umweltfreundlich versenden. Übrigens: Wer zudem autofrei oder mit dem Rad einkauft, sammelt weitere Pluspunkte für Klima und Gesundheit. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Kolumnen finden Sie unter volksfreund.de/kolumnen

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