mahlzeit

Mancher erinnert sich gerne an nostalgische, plüschige Kaffeekränzchen. Das Motto auf Café-Terrassen war bekannt: "Draußen nur Kännchen.

" Doch wer von den jungen Konsumenten trinkt heute noch aus Porzellantassen? Das Straßenbild ist mehr von Pappbechern geprägt. Vom ganz normalen Filterkaffee bis zum trendigen "entkoffeinierten Sojalatte verfeinert mit Minz-Flavour" - der Kaffee für unterwegs gehört zum modernen Lifestyle. Ob Tankstelle, Kiosk, Bäckerei oder mobile Espressobar auf einem Moped, Verkaufsstellen gibt es fast an jeder Straßenecke. Kaffee ist schließlich das Lieblingsgetränk der Deutschen mit durchschnittlich 165 Liter pro Kopf. Davon werden etwa 60 Liter außer Haus getrunken. Immerhin, der Löwenanteil wird ganz klassisch in Tassen am Arbeitsplatz, im Restaurant oder Café getrunken. Das letzte Drittel landet jedoch im Coffee-to-go-Becher, was eine Menge von 80 Stück pro Kopf ausmacht. Hochgerechnet auf Deutschland landet somit die unglaubliche Menge von mehr als sechs Milliarden Wegwerfbechern samt Plastikdeckel pro Jahr im Abfall. Hier bleibt wohl das ökologische Bewusstsein auf der Strecke oder ist es einfach nur Unwissenheit oder Gedankenlosigkeit? Wer unterwegs "nicht ohne" kann, kann sich besser einen mehrfach befüllbaren Mehrwegbecher zulegen. Diese werden zwar nicht immer ohne Diskussionen befüllt. Aber manche Läden geben sogar einen kleinen Preisnachlass für den mitgebrachten Becher. Mehr Entschleunigung im Alltag bekommt, wer das gute alte Kännchen Kaffee mit Muße im Café sitzend genießt. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Bei Fragen Mail an: ernaehrung@volksfreund.de Kolumnen finden Sie untervolksfreund.de/kolumnen