Mahlzeit

Der Pflaumenbaum ist bei Hobbygärtnern beliebt wegen seiner dekorativen Blüten und seiner köstlichen Früchte. Doch Pflaume ist nicht gleich Pflaume.

Zu den bekanntesten Mitgliedern der Steinobstfamilie zählen Zwetschgen, Renekloden, Mirabellen und die Pflaume selbst. Durch Kreuzung und Veredelung sind über 2000 Sorten der lila Frucht entstanden. Eine Unterscheidung ist daher nicht immer möglich. Allerdings lässt sich im Gegensatz zur Pflaume bei Zwetschgen das Fruchtfleisch gut vom Kern lösen. Auffällig bei vielen Sorten ist die weißlich schimmernde Wachsschicht. Sie ist eine natürliche Barriere gegen schädliche Mikroorganismen. Zudem schützt sie die Früchte vor dem Austrocknen, sie lassen sich gut lagern. Beim sogenannten Duftfilm handelt es sich um einen Kondensniederschlag, der das Obst umhüllt. Verdunstet das Wasser, zeigt er sich als weißer, mehlartiger, abwischbarer Belag. Reichlicher Genuss an Pflaumen regt die Darmtätigkeit an. Dafür sorgen die Pflanzenstoffe Pektin und Zellulose, die eine leicht abführende Wirkung haben. Die Früchte enthalten viel Vitamin B und stärken damit die Widerstandsfähigkeit bei Stress. Außerdem liefern sie die Spurenelemente Kupfer und Zink. Ein zusätzliches Plus ist: Pflaumen gehören zu den Top vier der kaum mit Pflanzenschutzmitteln belasteten Obstsorten. Das gilt zumindest für die heimischen Früchte, wie Untersuchungen immer wieder zeigen. Ein Grund dafür ist wohl, dass die Hauptschädlinge eher mit Pheromonfallen und biologischen Spritzmittel bekämpft werden als mit chemisch-synthetischen Substanzen. Trotzdem sollten die Früchte vor dem Verzehr heiß und kalt gut gewaschen werden. Im Wachsfilm können sich fettlösliche Schadstoffe aus der Luft anlagern. Die Pflaume ist ganz klassisch in der süßen Variante als Marmelade, Kuchen, Zwetschgenknödel oder Kompott ein Genuss. Aber auch herzhafte Varianten wie Pflaumen im Speckmantel oder in einer Soße zu Fleischgerichten laden zum Experimentieren ein. Übrigens lassen sich Zwetschge und Co. entkernt prima einfrieren. Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. volksfreund.de/kolumnen