1. Nachrichten
  2. Mehrwert

Medizin: Das ist Ihr gutes Recht als Patient

Medizin: Das ist Ihr gutes Recht als Patient

Hat jeder Patient das Recht, die Krankenakte einzusehen? Es ist immer die Rede davon, dass Ärzte ordnungsgemäß aufklären müssen. Was heißt das eigentlich? Drei Trierer Anwälte gaben Lesern Tipps am Telefon.

Die TV-Aktion fand in Kooperation mit der Rechtanwaltskammer Koblenz statt. Hier einige Fragen und Antworten.Hat jeder Patient das Recht, die Krankenakte einzusehen?Andreas Ammer: Ja, Sie haben jederzeit das Recht, Kopien Ihrer Krankenakte einzusehen. Der Arzt muss dem Patienten die Kopien innerhalb einer angemessen Frist, etwa innerhalb von zwei Wochen, aushändigen.Was genau macht die Schlichtungsstelle der Landesärztekammer?Martin Spaetgens: Patienten, die einen ärztlichen Behandlungsfehler vermuten, können sich an diese Stelle der Landesärztekammer wenden. Sie stellen einen schriftlichen Antrag, dann wird dem Verdacht nachgegangen.Wie lange ist die Verjährungsfrist bei Behandlungsfehlern? Andreas Ammer: Nach drei Jahren verjährt ein Behandlungsfehler.Ich weiß seit Längerem, dass bei mir ein Behandlungsfehler vorliegt. Aber erst jetzt, nach zwei Jahren, habe ich mich entschlossen, die Schlichtungsstelle der Landesärztekammer einzuschalten. Droht nun Verjährung?Felix Orlowski: Die Verjährung bei Behandlungsfehlern ist unterbrochen, wenn das Verfahren bei der Schlichtungsstelle der Landesärztekammer läuft.Ich war wegen eines Zeckenbisses beim Arzt. Der Arzt hat mich überhaupt nicht über die Art und Risiken der Behandlung aufgeklärt. Das geht doch nicht, oder? Felix Orlowski: Natürlich nicht. Ohne ordnungsgemäße Aufklärung fehlt die Grundlage für eine wirksame Einwilligung des Patienten. Denn Sie müssen die Nutzen und Risiken abwägen können.Es ist immer die Rede davon, dass Ärzte ordnungsgemäß aufklären müssen. Was heißt das eigentlich genau?Martin Spaetgens: Der Arzt muss beweisen, dass der Patient über die Risiken der Behandlung ordnungsgemäß aufgeklärt wurde. Dabei muss die Aufklärung immer mündlich erfolgen. Das Überreichen und Unterschreiben eines Aufklärungsbogens genügt nicht.Was bringt das neue Patientenrechtegesetz, das am 1. Januar 2013 in Kraft tritt?Andreas Ammer: Keine wesentlichen Neuigkeiten. Das Patientenrechtegesetz normiert bestimmte Rechte, die allerdings bisher schon durch die Rechtsprechung gegolten haben.kat