Mein Garten

Auf der Autobahn ist man schnell. Aber, dass ein Zeitsprung von Januar in die Osterzeit möglich ist, konnte ich erst glauben, als mir die Tage Osterglocken auf dem Mittelstreifen am Ende der Trierer Autobahn entgegenleuchteten.

Das gleiche Bild zeigen die überall gelb stäubenden Haselsträucher: Phänologisch - also nach den Erscheinungen der Natur - ist Vorfrühling. Kalendarisch ist Winter. Was tun, wenn Väterchen Frost jetzt doch noch zuschlägt? Schneeglöckchen und Winterlinge halten einige Minusgrade unbeschadet aus. Sie ducken sich bei frostiger Kälte weg und sehen nach einer kalten Nacht so aus als hätten sie vor den Minusgraden kapituliert. Doch kaum steigt das Quecksilber, richten sie sich ganz von alleine wieder auf. Schwieriger wird es bei blühenden Narzissen. Mit einer Tannenzweigabdeckung, die grüne Triebe der frühlingsblühenden Zwiebelblumen schützt, kommt man oft nicht weiter. Fällt Schnee auf die Zweige, drückt das Gewicht den eigentlichen Schutz zu Boden. Die Narzissenblüten knicken um. Kurzfristig könnte ein übergestülpter Eimer helfen. Mehrere Tage sollten die Zwiebelblumen aber nicht im Dunkeln stehen. Ich halte Plastikkörbe bereit. Sie sind stabil - im Herbst hat man darin Äpfel gesammelt und holt jetzt das Feuerholz damit ins Haus - und nicht blickdicht. Stülpt man sie umgekehrt über "vorwitzige Blumen", bilden sie das Gerüst für ein übergeworfenes Vlies. Unten befestige ich das atmungsaktive Gewebe mit Steinen. Nutzgärtner holen lieber ihre Schutzglocken aus Plastik, oder eine Nummer edler, Glasglocken, aus dem Geräteschuppen. Treiben die Zwiebelblumen, ist das übrigens auch das Startsignal für die erste Düngung. Vor allem Tulpen brauchen viel Nahrung. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten @volksfreund.de Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>