Mein GARTEN

War das ein Neujahrseinstieg, mit Goldfontänen und Silberkrachern, Bengalfackeln und Multi-Colour-Raketen. Aber halt nur ein kurzes Vergnügen.

Im Garten leuchtet dagegen schon seit zehn Wochen ein Feuerwerk. Der Winter-Jasmin macht's möglich. Er hat das Zeug zum Lichterfeuer unter den Gehölzen. Seine langen Ruten sind von oben bis unten mit gelben Sternblüten bedeckt. Am größten ist der Effekt, wenn man ihn über eine Mauer hängt oder anderweitig von oben herabhängen lässt. In der Kometen-Variante befestigt man die Triebe an einer Kletterhilfe. Effekthöhe: drei bis vier Meter. So lang können die Ruten werden. Anders als Kletterpflanzen wie der Efeu besitzt er keine Haftwurzeln oder Saugnäpfe wie der Wilde Wein in der Sorte Veitchii. An Wänden kann sich der Winter-Jasmin nicht selbst festhalten. Das hat andererseits den Vorteil, dass sich nichts in Ritzen krallt und am Mauerwerk nagt. Und auch die Untugend einer ins Alter gekommenen Glyzinie, ganze Dachrinnenrohre zu zerquetschen, ist dem eher zarten Gehölz völlig fremd. Lässt der Winter-Jasmin in seiner Blühwilligkeit nach, schneidet man ihn direkt nach der Blüte zurück. Ausgelichtet wird alles alte Holz. Veraltete Zweige erkennt man daran, dass sie sich bereits stark verzweigt haben und Korkleisten bilden. Junge Triebe haben die typische Rutenform und sind schön grün. Neben den alten Trieben, die bodentief abgeschnitten werden, sollte man auch alles abgestorbene Holz entfernen. Wächst der Winter-Jasmin an einer Rankhilfe, kann es sinnvoll sein, ihn komplett vom Rankgerüst zu nehmen, alles alte Holz rauszuschneiden und wieder neu anzubinden. Dabei darf er ruhig wie eine Goldfontäne aufgefächert werden. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten @volksfreund.de Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>