Mein Garten

Könnte man diesen Frühlingsduft doch nur einfangen. Versucht wird es ja: Kopf-, Herz- und Basisnote des Duftveilchens stecken in Veilchenparfüms.

Konditoren konservieren den Duft in gezuckerten Blüten. Die meisten mögen Violas Wohlgeruch trotzdem am liebsten in natura. Doch nicht jedes violettblaue Veilchen, in das man seine Nase steckt, duftet. Wie kommt's? Es muss sich um die spezielle Art des Duftveilchens handeln. Der lateinische Artname "odorata", was ja duftend heißt, verrät es. Meist reicht schon ein genauerer Blick: Das nicht duftende Grönland-Veilchen hat fast lilablaue Blätter. Es bildet lockerere Teppiche und gedeiht selbst dort noch, wo sonst kein Veilchen mehr wachsen will. Das kann in trocken-schattigen Bereichen der perfekte bodendeckende Begleiter zu Funkien sein. Das geruchlose Pfingst-Veilchen ist großblütiger als das heimische Duftveilchen. Es eignet sich wegen des dichten Wuchses als Randbepflanzung am Bauerngartenweg und deckt kleinere Flächen am sonnig bis halbschattigen Gehölzrand ab. Ein ganz eigenes Gesicht zeichnet Hornveilchen aus. Schon innerhalb der Gruppe mit unzähligen Kultursorten gibt es enorme Unterschiede. Vom Duftveilchen unterscheiden sie sich auch durch ihren Honigduft. Hornveilchen sind ein beliebter Wechselflor. Nach dem ersten Blütenüberschwang im April werden sie meist abgeräumt. Einige von ihnen sind jedoch staudig und könnten überwintern. Schneidet man sie nach der ersten Blüte um die Hälfte zurück, treiben sie erneut durch und blühen bis in den Spätsommer. Sorten, die mir besonders gut gefallen, lasse ich in Samen gehen. So kann ich auch den Duft von Duftveilchen "einfangen". Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de

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