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Meinung Die Kunst des Rückschnitts Es ist ein Katzenjammer. Nicht für die Katze.

Die hat sich genüsslich in meiner Minze gewälzt, mit der sie die ersten zwei Silben teilt. Jetzt ist die Katzenminze platt gewälzt und Samtpfötchen im Liebesrausch. Vor allem die graulaubigen Sorten der botanisch als Nepeta x faassenii bekannten Blaublütigen enthalten einen Duftstoff, der bei Stubentigern wie ein Aphrodisiakum wirkt. Interessanterweise führen sich nicht alle Katzen so auf. Ich kenne Gartenbesitzer, deren schnurrende Haustiere bestenfalls an den Blattspitzen knabbern. Derweil halte ich die empfehlenswertesten Sorten Six Hills Giant und Walkers Low im Großkübel auf der Terrasse. Sobald der erste Flor in voller Blüte steht, schneide ich mir Blumensträuße davon. Sie passen wunderbar zu Rosen, übrigens nicht nur in der Vase. Her unterschneiden sollte man sie sowieso. Das fördert eine zweite Blüte. Höchste Zeit für eine neue Frisur wird es bei der Schneeheide: Gekappt werden die abgeblühten Rispen und die Spitzen des nachgetriebenen Grüns. Am besten geht man mit der Heckenschere flach drüber. Wo es sich anbietet, versuche ich wolkenförmige Gebilde herauszuarbeiten. Das gilt auch für Schleifenblumen, die jetzt nach der Blüte bis ein Drittel ins Blattgrün eingekürzt werden. Nach dem akkuraten Schnitt in geometrischen Formen ist der organische Schnitt im Kommen. Er berücksichtigt den Wuchs charakter der Pflanzen. Grüne Kunst entsteht. Es wird doch der Katzenminzen-Kater kein Skulpturkünstler gewesen sein? Objekte herauswälzen - so etwas gibt\'s ja in der Landart-Szene. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie uns! Die für alle Hobbygärtner spannend sten Fragen werden im Volksfreund beantwortet. Mehr dazu unter www.volksfreund.de/garten