Mein Garten

Pünktlich zu Karneval sind sie alle da: weiße Schneeglöckchen, gelbe Winterlinge, hell lilafarbene Krokusse - kurz die bunte Gesellschaft fröhlicher Zwiebelblumen. Für Überraschung haben Ameisen gesorgt.

Sie schleppen die nahrhaften Samen in ihren Bau. Beim Umzug verlieren sie das ein oder andere Saatkorn. Dann tauchen Elfenkrokusse an Stellen auf, denen man bis zum Austrieb der eigentlichen Bepflanzung keinerlei Beachtung geschenkt hätte. Jetzt locken sie ein begeistertes Helau hervor. Beispiel Herbstrabatte mit dem spät im Jahr azurblau blühenden Bleiwurz am Rand: Bis zum Winter hatte der unkomplizierte Bodendecker seine Blätter prachtvoll rot gefärbt. Zu Jahresbeginn sind sie kaum mehr zu erahnen. Er treibt erst Ende Mai wieder aus. Für die fünfte Jahreszeit hat er sich nun die Verkleidung der Zwiebelblumen ausgeliehen. Und was ist erst bei den Sonnenhüten los: Aus einem Rest an winterschwarz gewordenen Blättern leuchten Alpenveilchen. Ein paar Winterlinge haben sich zu den Bergenien gesellt. Ihr Gelb passt hervorragend zu den noch winterroten Blättern der bodendeckenden Staude. Von alleine würde man vermutlich nicht auf die närrisch guten Kombinationen kommen. Meist werden Zwiebelblumen zum Verwildern flächig unter Sträuchern gesetzt oder gruppenweise zwischen andere frühlingsblühende Stauden. Ein Gartenspaziergang lässt sich jetzt zur Bestandsaufnahme nutzen. Zwischen Waldsteinie und Gedenkemein tut sich eine Lücke auf. Neben den Elfenblumen und vor der Lenzrose ist noch Platz. Aber wer kann sich all die Stellen bis zum Herbst merken, wenn die Zwiebeln wieder gesetzt werden können? Zum Glück werden nicht nur Tulpen und Narzissen, sondern immer häufiger auch zartere Zwiebelblumen blühend im Topf angeboten. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten @volksfreund.de Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>