Mein garten

Obst, das die Großmutter noch kannte, findet wieder Liebhaber. Die Quitte ist solch eine Frucht.

Sie erinnert an die "gute alte Zeit". Dass die ganz schön hart sein konnte, merkt man spätestens beim Entkernen der Früchte. Quitten sind äußerst fest und roh ungenießbar. Ihr köstliches Aroma entfalten die, je nach Form als Apfel- oder Birnenquitte bezeichneten Früchte erst, wenn sie zu Quittenmus oder dem konfektähnlichen Quittenbrot verarbeitet worden sind. Mein Favorit ist Quittengelee: Zuerst wird der Pelz von der Schale gerieben. Danach teilt man die Früchte in grobe Stücke und lässt das Ganze etwa eine Stunde sanft kochen. Damit die Quitten nicht anbrennen, nach Bedarf Wasser zugeben. Das Gelee wird nur vom ausgepressten Saft gewonnen. Wer mag, fügt den Saft einer Zitrone hinzu. Nach Anleitung mit Gelierzucker aufkochen und heiß in Gläser füllen. Wer nun glaubt, mit Großmutters Quittenrezepturen sei die Finesse der goldenen Früchte ausgereizt, täuscht sich. Die Römer legten die duftenden Früchte bevorzugt in die "Empfangsräume der Männer". Gartenbuchautorin Heide Rau schrieb einmal, im Zeitalter der Emanzipation dürften jetzt auch die gemeinschaftlich genutzten Räume damit geschmückt werden. Der Duft ist wirklich köstlich. Man könnte die Quitten sogar zwischen die Wäsche legen, wie es früher üblich war. Hierzu eignen sich übrigens gleichermaßen Zierquitten. Wie bei allem geernteten Obst, sollte man die Dekorationsstücke regelmäßig auf Faulstellen kontrollieren. Nach der extremen Trockenheitsperiode in dieser Saison könnte ich mir vorstellen, dass die Lagerfähigkeit nicht optimal ist. Wird Obst schnell faul und zeigt innen Stippigkeit, kann das aber auch an einem überdüngten Boden liegen mit zu hohem Stickstoffgehalt. Sie haben eine Frage an unsere Gartenexpertin Kathrin Hofmeister? Schreiben Sie an garten@volksfreund.de Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" class="more" text="www.volksfreund.de/kolumne"%>