mein recht

Viele Patienten wissen gar nicht, dass sie ein Recht darauf haben, ihre Krankenakte einzusehen. Ärzte ignorieren die Bitte um Akteneinsicht häufig.

Sie fordern die Patienten auf, das Anliegen zu begründen oder behaupten gar, eine Einsichtnahme sei nur über einen Rechtsanwalt möglich. Ein solches Verhalten verstößt gegen die geltende Rechtsprechung. Nach dem Recht auf Selbstbestimmung hat jeder Patient das Recht, seine Krankenakte einzusehen. Dieses Anliegen muss somit auch nicht begründet werden. Der Patient hat darüber hin aus das Recht, sich Fotokopien der Dokumente zu machen oder vom Arzt anfertigen zu lassen. Nur Patienten in psychiatrischer oder psychotherapeutischer Behandlung kann die Einsicht in die Krankenakte verweigert werden, da das Wissen aus der Akte den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen könnte. Einen Anspruch darauf, die Originaldokumente in Besitz zu nehmen, hat der Patient allerdings nur bei Röntgenaufnahmen. Nach dem Tod eines Patienten ist es den Erben und nächsten Angehörigen nur erlaubt die Krankenakte einzusehen, wenn sie ihr Anliegen begründen können. Das ist zum Beispiel dann der Fall, wenn die Verwandten vermuten, der Patient sei fehlerhaft behandelt worden. Der Autor ist Anwalt bei der Kanzlei Bomm Schatz Rechtsanwälte, Trier. Diese und weitere TV-Kolumnen finden Sie auch im Internet auf www.volksfreund.de/kolumne