Mein Recht

Wenn sich ein Unfall im Ausland ereignet hat, muss sich der Geschädigte meist selbst um die Durchsetzung seiner eigenen Schadensersatzansprüche kümmern. Viele berechtigte Ansprüche werden mangels Kenntnis der Rechtslage leider nicht durchgesetzt.

In der Regel ist das Recht des Landes anzuwenden, in dem sich der Unfall ereignet hat. Ausnahme ist, wenn zum Beispiel zwei Deutsche mit ihren Fahrzeugen in der Schweiz zusammenstoßen. Dann gilt deutsches Recht. Hat sich der Unfall in einem Staat der EU ereignet, kann die Schadensregulierung sowohl im Land, wo sich der Unfall ereignet hat, über die Haftpflichtversicherung des Schädigers, als auch im Land des Geschädigten über einen so genannten Schadensregulierungsbeauftragten der verantwortlichen Versicherung vorgenommen werden. Die Regulierung wird auf diese Weise enorm erleichtert, da der Geschädigte in seiner Sprache und in seinem Land mit dem Schadensregulierungsbeauftragten direkt korrespondieren kann. Wenn also ein Deutscher in Italien einen Verkehrsunfall mit einem Italiener hatte, sollte er sich nach der Rückkehr zunächst an die Auskunftsstelle beim Zentralruf der Versicherer wenden, um den Regulierungsbeauftragten des italienischen Beteiligten in Deutschland zu erfragen. Wurde kein Schadensregulierungsbeauftragter benannt oder ist die Versicherung nicht binnen der Drei-Monats-Frist tätig geworden, sollte sich der Betroffene an die Entschädigungsstelle bei der Verkehrsopferhilfe e.V. in Hamburg wenden. Diese wird die Regulierung durchführen. Alternativ dazu kann der Geschädigte seine Ansprüche auch direkt gegenüber dem ausländischen Haftpflichtversicherer geltend machen. Kommt es zum Streit, wird man ohne einen ausländischen Anwalt nicht weiter kommen. Ob eine vorhandene Rechtsschutzversicherung die Kosten für beide Anwälte übernimmt, sollte unbedingt vorher erfragt werden.