Mein Recht

Bei Geld hört die Freundschaft auf. So lautet das Sprichwort.

Was aber tun, wenn Freunde oder der langjährige Arbeitskollege wirklich mal knapp bei Kasse sind und um Hilfe bitten? Vielleicht geht es um eine kleinere Anschaffung, für die 200 Euro reichen. Vielleicht geht es aber auch um höhere Geldbeträge wie etwa Mietschulden in Höhe von mehreren tausend Euro. In solch einer Situation fällt es meist schwer, nein zu sagen. Viele verlassen sich dann auf die Beteuerungen des anderen, das Geld so schnell wie möglich zurückzuzahlen - und werden oftmals schwer enttäuscht. Wer nicht nur sein Geld irgendwann wiedersehen möchte, sondern auch die Freundschaft wahren will, sollte beim privaten Geldverleih daher ein paar Punkte beachten. Die Rechtsanwaltskammer Koblenz gibt folgende Tipps: Schließen Sie immer einen schriftlichen Darlehensvertrag ab. Auch wenn das zunächst befremdlich ist, kann er viel Streit verhindern. Als Überschrift sollte unbedingt das Wort "Darlehensvertrag" notiert werden, damit der Schuldner später nicht behaupten kann, das Geld sei verschenkt worden. Mit einem privaten Vertrag kann im Streitfall ein Anwalt beauftragt werden. Ohne Vertrag gibt es kaum eine Chance, an sein Geld zu kommen. Es reicht eine handschriftliche Vereinbarung über die Höhe der geliehenen Summe samt vereinbarter Zinsen. Ebenso sollten das Datum der Auszahlung und der Rückzahlungstermin im Vertrag festgehalten werden. Wichtig: Es muss nachweisbar sein, dass tatsächlich Geld geflossen ist - zum Beispiel durch einen Kontoauszug oder eine Quittung. Letztlich ist immer eine Betrachtung des Einzelfalles erforderlich. Anwälte, die sich auf bestimmte Rechtsgebiete spezialisiert haben, nennt Ihnen auf Anfrage die Rechtsanwaltskammer Koblenz unter der Telefonnummer 0261/30335-55 oder der Anwaltsuchdienst im Internet unter www.rakko.de. Der Autor ist Anwalt in der Kanzlei Bomm Schatz Rechtsanwälte, Trier. Diese und weitere TV-Kolumen finden Sie auch im Internet unter www.volksfreund.de/kolumne