Milchprodukt mit Ypsilon

Milchprodukte aus anderen Kulturkreisen erfreuen sich großer Beliebtheit: Nach türkischem Ayran und indischem Lassi kommt nun der isländische Skyr zu uns. Im Gegensatz zu den beiden Ersten handelt es sich dabei aber nicht um einen Joghurtdrink, sondern um ein cremiges Milchprodukt, das an Magerquark erinnert.

Der Legende nach brachten die Wikinger Skyr vor über 1000 Jahren nach Island. Er lässt sich aus Kuh-, aber auch aus Schafmilch herstellen. Dabei wird entrahmte Milch mit Milchsäurebakterien und Lab versetzt, so dickt die Mischung ein. Für Produkte, die in Deutschland verkauft werden, stammt die Milch wohl eher von deutschen Kühen als aus Island. Skyr wird als "Frischkäsezubereitung, Magerstufe" gekennzeichnet und als fettarm und eiweißreich beworben. Im Geschmack erinnert die isländische Spezialität an Magerquark, besitzt aber eine säuerliche Note und hat eine cremige Beschaffenheit. Auch seine inneren Werte ähneln den beiden klassischen Milchprodukten. Der Fettgehalt ist mit weniger als einem Prozent sehr gering, etwa wie Magerquark. Alle drei Produkte sind gute Eiweißquellen. Magerquark liefert davon mit durchschnittlich 13 Gramm pro 100 Gramm am meisten. In der gleichen Menge Skyr stecken elf und in Joghurt vier Gramm. Beim Kalzium liegt das "nordische Produkt" mit 150 Milligramm pro 100 Gramm nur knapp vor Joghurt. Magerquark liefert weniger als 100 mg.
Fazit: Abwechslung im Speiseplan ist bekanntlich immer gut. Wer also ein neues Geschmackserlebnis ausprobieren möchte und den höheren Preis nicht scheut, halte Ausschau im Kühlregal. Beim Preisvergleich sollte man auf den Grundpreis achten. Wird doch Skyr im 450 und nicht im 500-Gramm-Becher angeboten.
Susanne Umbach ist Ernährungsreferentin bei der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. <%LINK auto="true" href="http://www.volksfreund.de/kolumne" text="www.volksfreund.de/kolumne" class="more"%>

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