Mindesttemperatur und Heizdauer: Welche Regeln beim Heizen gelten.

Heizen : Wissenswertes zur Heizperiode

() Der Herbst steht in den Startlöchern, viele Menschen machen es sich dann wieder in den eigenen vier Wänden gemütlich. Aber welche Regelungen gibt es in der kalten Jahreszeit bei der Beheizung von Wohnungen?

 Ab wann müssen Vermieter heizen und welche Rolle spielt dabei die Mindesttemperatur in Räumlichkeiten?

 In Deutschland gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Heizpflicht, vielmehr hat sich etwa in Mietverträgen die Zeit vom 1. Oktober bis Ende April als Heizperiode durchgesetzt, teilt der Verband der Immobilienverwalter Rheinland-Pfalz/Saarland e.V. (VDIV-RPS) mit. In diesen Monaten müsse der Eigentümer gewährleisten, dass die Gebäudeheizung ordnungsgemäß funktioniere und die Wohnräume seiner Mieter angemessen beheizt werden.

Markus Herrmann, Geschäftsführender Vorstand: „Der Vermieter hat dafür zu sorgen, dass während der Heizperiode in der Mietwohnung zwischen 6 und 24 Uhr die mietvertraglich vereinbarten Raumtemperaturen eingehalten werden. Haben Vermieter und Mieter keine individuellen Regelungen getroffen, sind bei geschlossenen Fenstern und Türen Temperaturen von 20 bis 22 Grad in Küchen und Wohnräumen, sowie 23 Grad in Badezimmern ausreichend, in Schlafzimmern oder Fluren sind auch 18 Grad noch erlaubt.“

 Auch außerhalb des genannten Zeitraumes muss der Vermieter die Heizung an kühlen Tagen in Betrieb nehmen, wenn in geschlossenen Räumen unter 18 Grad gemessen werden und absehbar ist, dass die Witterung länger als zwei Tage anhält. Fallen die Temperaturen unter 16 Grad, muss die Heizung sofort in Betrieb genommen werden, so der Verband.

Der Mieter hat zwar die monatliche Heizkostenvorauszahlung zu entrichten, kann aber selbst entscheiden, inwieweit er die Heizung nutzt oder nicht. Er ist jedoch verpflichtet darauf zu achten, dass die Wohnung bei ausbleibender Beheizung etwa durch Einfrieren der Rohre keinen Schaden nimmt, hält der Verband fest.

Zu niedrige Temperaturen oder ein Heizungsausfall während der Heizperiode stellen sogar einen Mangel dar. Der Vermieter ist nach Aufforderung seitens des Mieters dann verpflichtet, die Funktionsfähigkeit der Heizung wieder herzustellen. Geschieht dies jedoch nicht, kann der Mieter die Miete mindern.

Vorstand Herrmann: „Mieter sind in der Beweispflicht, wenn sie Ansprüche geltend machen möchten. Die Temperaturen sollten deshalb bei fortlaufenden Störungen jeden Tag in allem Räumen – in der Raummitte, einen Meter über Bodenhöhe – gemessen und festgehalten werden. Bevor Betroffene beim Thema Mietminderung selbst aktiv werden, empfehlen wir  dringend, sich bei Experten Rat einzuholen und nicht willkürlich die Miete zu mindern.“

Der Verband der Immobilienverwalter Rheinland-Pfalz/Saarland verwaltet in Rheinland-Pfalz und im Saarland derzeit etwa 86 000 Einheiten mit einem Wert von 9,4 Milliarden Euro.

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