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Mit Fingerspitzengefühl zum Erfolg

Mit Fingerspitzengefühl zum Erfolg

Höfliche Arbeitnehmer machen sich und anderen das Arbeitsleben leichter. Demonstrative Lässigkeit ist sowohl im Umgang mit Chef und Kollegen als auch im Hinblick auf die Kleidung "out".

Trier. Wer am Arbeitsplatz als ungehobelter Zeitgenosse auffällt, hat schlechte Karten sowohl in der Chefetage als auch bei den Kollegen. Die Ellbogen- und "Bloß-nicht-höflich-sein"- Devise von Karriere-Junkies bringt diese nur bedingt voran. Denn Mitarbeiter, die regelmäßig auf Rücksichtslosigkeit setzen, erreichen schnell die Schmerzgrenze ihrer Kollegen. Auch bei den Chefs ist rapide Schluss mit lustig, wenn gegen Regeln der Etikette verstoßen wird.Bei der Chefin bleibt der Gentleman vor der Tür

Gutes Benehmen wirkt sich in zweierlei Hinsicht positiv aus: Einerseits trägt ein höflicher, taktvoller Umgang zu einer angenehmen Atmosphäre am Arbeitsplatz bei, andererseits erleichtert es das Berufsleben. Ein paar Grundregeln sollten Arbeitnehmer beherzigen: "Der Ranghöhere begrüßt zuerst", sagt Bettina Angerer, selbstständige Trainerin aus Norderstedt bei Hamburg. Auch einem Vorgesetzten die Hand entgegenzustrecken, gilt als tabu.Chefinnen werden ebenso wie männliche Vorgesetzte behandelt. Da muss sich der Gentleman, der der Frau etwa selbstverständlich in den Mantel hilft, dann etwas zurücknehmen. Auch wenn es schwer fällt und mit dem klassischen Rollenverständnis nicht vereinbar ist. Doch eine Liste mit Etikette-Tipps gibt es laut Lorenz Schröter wegen stetiger Veränderungen nicht.Für Bettina Angerer sind Takt, Freundlichkeit, Zuverlässigkeit und Rücksicht die Basis für gutes Benehmen. Ein Trend sei dabei klar erkennbar, sagt Lorenz Schröter: "Demon strative Lässigkeit wie in den besten Zeiten der New Economy ist nicht mehr gefragt." Auch nicht, wenn es um die Kleiderordnung im Beruf geht. "Kleider machen Leute", sagt Jürgen Hesse, Karriereberater in Berlin. Dabei spielt es nach Meinung von Bettina Angerer weniger eine Rolle, jedem Modetrend hinterher zu hechten. Vielmehr sei es wichtig, ordentlich gekleidet zu sein.Zudem sei Authentizität wichtig: Der Jeanstyp im Designeranzug wirke meist verkleidet. Wer sich in seiner zweiten Haut wohl fühlt, tritt selbstsicherer auf, und das schafft Pluspunkte. Auftreten und Erscheinungsbild zählen bei der Bewerbung nach Einschätzung von Experten oft mehr als die fachliche Qualifikation. Hinzu kommt: "Es hängt immer von der Branche und auch vom Firmenimage ab, wie man sich kleiden sollte", sagt Brigitte Ruhleder, Etikette-Expertin und Leiterin eines Management-Instituts in Bad Harzburg (Niedersachsen). Ein Banker kleidet sich anders als ein Architekt.Und wer auf der Karriereleiter höher klettern möchte, für den gilt: "So kleiden, wie es für die angestrebte Situation erwartet wird", empfiehlt Bettina Angerer. Doch Vorsicht: Der Chef möchte einzigartig sein und keinem Double in der Firma begegnen.