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Mütterrente gilt auch für Väter

Mütterrente gilt auch für Väter

Wer vor 1992 Kinder bekommen hat und in Rente ist, der bekommt seit Juli eine höhere Rente, die sogenannte Mütterrente. Was dabei zu beachten ist und wie man die Mütterrente erhält, erläutert der TV zum Auftakt einer Serie über Neuerungen bei der Rente.

Was hat es eigentlich mit der Mütterrente auf sich?"Als Mütterrente wird die bessere Berücksichtigung von Zeiten der Kindererziehung für vor 1992 geborene Kinder bezeichnet", sagt Simone Kaufmann, Rentenexpertin bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz. Für diese Kinder habe bislang ein Jahr Kindererziehungszeit berücksichtigt werden können. "Seit dem 1. Juli können alle betroffenen Mütter oder Väter ein zusätzliches Jahr mit Kindererziehungszeiten oder einen pauschalen Zuschlag erhalten", sagt Kaufmann.TV-Serie Basiswissen Rente

Wie erhöht sich durch die Mütterrente die normale Rente?"Eine Rente erhöht sich dadurch pro Kind um bis zu 28,61 Euro im Westen und um bis zu 26,39 Euro im Osten", sagt Rentenexpertin Simone Kaufmann. "Die Mütter und Väter, deren Rente bereits vor Juli 2014 begonnen hat, erhalten die Mütterrente bis spätestens Ende des Jahres. Sie erhalten einen Zuschlag, der dann rückwirkend ab 1. Juli ausgezahlt wird."Wie viele Rentner erhalten einen Zuschlag durch die Mütterrente?"Bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz betrifft dies mehr als 230 000 Renten, bundesweit sind es rund 9,5 Millionen", sagt Kaufmann. Gibt es Mütterrente auch für Väter?Ja. Mit dem Begriff Mütterrente sei eine bessere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden. "Das kann Mütter und Väter betreffen, je nachdem, wer die Kindererziehungszeiten in seinem Rentenversicherungskonto hat", erklärt die Rentenexpertin. Wie erhält man die Mütterrente, wenn man schon Rentner ist?Wer am 30. Juni 2014 bereits Rentner war, bei dem die Erziehungszeiten für ein vor 1992 geborenes Kind berücksichtigt wurden, erhält die Mütterrenteohne Antrag. Jeder Berechtigte, der bereits eine Rente bezieht, erhalte die Mütterrente automatisch, heißt es bei der Rentenversicherung. Nur wer bislang noch keine solchen Kindererziehungszeiten geltend gemacht hat, solle dies tun. Die Deutsche Rentenversicherung weist ausdrücklich daraufhin, dass für die Mütterrente kein gesonderter Antrag erforderlich sei. Blanko-Anträge, wie sie seit einiger Zeit im Umlauf sind, seien nicht seriös. Genauso wie Honorare für Beratung. Zumeist steckten Betrüger hinter solchen Maschen, warnt die Rentenversicherung. Wie erhält man die Mütterrente, wenn man noch keine Rente bezieht?Wer am 30. Juni 2014 noch keinen Rentenanspruch gehabt hat und bereits die Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten beantragt hat, brauche nicht von sich aus tätig zu werden, heißt es bei der Deutschen Rentenversicherung. "Hier sind die Kindererziehungszeiten bereits im Rentenkonto gespeichert." In diesen Fällen prüfe die DeutscheRentenversicherung die Berücksichtigung der Mütterrente und speichere die weiterenKindererziehungszeiten im Versicherungskonto nach.Muss man auf die Mütterrente Steuern zahlen?Ja. Denn die Altersrente und damit auch die Mütterrente unterliege der Besteuerung, so Rentenexperten. Es gibt allerdings einen Freibetrag, bis zu dem keine Steuer auf Renten fällig ist. Dieser beträgt 8 354 Euro für Alleinstehende und 16 708 Euro für Verheiratete. Hinzu kommt noch ein Rentenfreibetrag abhängig von der Bruttorente im ersten Rentenjahr. wie Weitere Infos gibt es bei der Deutschen Rentenversicherung Rheinland-Pfalz unter der Rufnummer 0800/100048016, Montag bis Donnerstag, 7.30 bis 19.30 Uhr.Morgen lesen Sie: Rente mit 63: Wer profitiert? Was muss beachtet werden?Extra

Die Mütterrente war schon lange vor ihrer Einführung ein Thema in der Region. Der im vergangenen Jahr verstorbene Vizepräsident des Trierer Sozialgerichts, Alfred Rollinger, hatte mehre Klagen gegen die aus seiner Sicht Ungleichbehandlung von Müttern mit Kindern, die vor 1992 geboren wurden, gegenüber Müttern mit jüngeren Kindern eingereicht. Seit 1992 werden für die Kinder drei Jahre Erziehungszeit angerechnet, ältere Mütter erhielten bis 1. Juli nur ein Jahr pro Kind. Daraufhin griff die Trierer CDU das Thema auf und brachte es durch alle Parteigremien bis zum Landesparteitag, der sich schließlich für die Einführung der Mütterrente aussprach. Unter anderem über die Landes-CDU kam das Thema dann auch auf die Tagesordnung des Bundesparteitags der Union. Nach der Bundestagswahl im vergangenen Jahr versprach die CDU, die Mütterente umzusetzen. wie