| 10:05 Uhr

Musik Download: Was ist noch legal?

FOTO: commons.wikimedia.org © www.Vk-Film.com (CC BY-SA 3.0)
Musik erfreut sich seit jeher großer Beliebtheit. Nur die Möglichkeiten des Musikgenusses haben sich in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Nach den Schallplatten gehört nun auch die CD beinahe schon zum alten Eisen. MP3-Files sind das Format der Zukunft. Erhältlich sind sie über die verschiedensten Anbieter per Musik Download. Doch wie legal ist dieser Trend und wann ist insbesondere ein kostenloser Download auch urheberrechtlich unbedenklich?

Das Angebot an Musikdateien und Videos im Internet wird immer vielfältiger und beinahe jeder Song und jedes Musikvideo sind heute per Download oder Stream verfügbar. Doch nur die wenigsten Nutzer in Deutschland wissen, welche rechtlichen Hintergründe ihr Musikkonsum über das Internet hat. Wie die Studie zur digitalen Content-Nutzung 2011 ( DCN-Studie) im Auftrag des Bundesverbandes für Musik e.V. und der Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen (GVU) herausfand, bewegen sich mehr als 9 Millionen Deutsche Musikkonsumenten nahezu täglich im Bereich der Illegalität. Die Grauzonen im Bereich des Musik Downloads werden vermutlich sogar noch stärker strapaziert. Diese Fakten sollten Musikliebhaber kennen, wenn sie im Netz auf Nummer sicher gehen möchten:

Filesharing ist in den meisten Fällen nicht legal

Beim Filesharing gilt wie bei allen anderen Formen des Datenaustausches auch das Urheberrecht. Wer selbst der Urheber einer Bild- oder Tondatei ist, darf diese selbstverständlich kostenlos im Internet zur Verfügung stellen. In diesem Fall ist das Filesharing absolut legal. Anders sieht es bei Dateien aus, die im Internet ohne entsprechende Urheberrechte zur Verfügung gestellt werden, ohne dass eine Gebühr erhoben wird. Filehsaring-Portale wie Emule oder BitTorrent haben Hochkonjunktur und doch macht sich ein Nutzer des Angebotes auf diesen Plattformen nahezu immer strafbar, da die Urheberrechte verletzt werden. Eine Faustregel gilt dabei ganz klar als Orientierung: Wer im Internet eine Datei hoch- oder runterlädt, ohne die Urheberrechte dafür zu besitzen oder eine Gebühr zu entrichten, macht sich in der Regel immer strafbar.

Die gleichen rechtlichen Hintergründe gelten für so genannte Sharehoster, virtuelle Speicherorte im Internet, an denen größere Dateimengen unterschiedlichster Art hinterlegt und anderen Nutzern per Link zugängig gemacht werden können. Diese Art des Datensharings ist zwar sehr praktisch und wird an vielen Stellen auch auf legaler Ebene genutzt, doch die Vergangenheit hat gezeigt, dass auch viele Raubkopien einen Weg in die Sharehoster gefunden haben, von wo sie im Rahmen der Urheberrechtsverletzung wieder heruntergeladen und konsumiert wurden. Auch diese Form der Internetnutzung ist in fast allen Fällen illegal und damit strafbar.

Bei Streamripping und Converting scheiden sich die Geister

Unter Streamripping ist das Mitschneiden von Ton- und Bildaufnahmen zu verstehen, wie sie zum Beispiel mit einer Kamera oder einem sonstigen Aufnahmegerät erfolgen können. Entscheiden hierbei ist der Inhalt, der auf diese Weise mitgeschnitten wird. Handelt es sich um Daten, die öffentlich und legal konsumiert werden dürfen, ist auch der Mitschnitt legal. Er wird dann als eine private Kopie angesehen, die so lange rechtlich unbedenklich ist, wie sie keinen illegalen Inhalt vervielfältigt oder einen Kopierschutz durchbricht.

Auch das Converting bewegt sich rechtlich in einer Grauzone. Beim Converting werden bestimmte Programme genutzt, um beispielsweise die Tonspur eines YouTube-Videos mitzuschneiden und als Tondatei zu verwenden. Das Ansehen von YouTube-Videos ist grundsätzlich legal, da YouTube in seinen Nutzerbedingungen festlegt, dass Dateien nur per Stream angesehen und nicht zur weiteren Nutzung heruntergeladen werden dürfen. Ob die Umwandlung von Datenmengen über spezielle Programme dadurch automatisch auch legal wird oder in den Bereich des illegalen Downloads fällt, ist bislang nicht eindeutig geklärt worden.

Musikgenuss geht auch legal

Auch wenn die Rechtsprechung in vielen Bereichen des Musik Downloads alles andere als eindeutig ist, gibt es legale Möglichkeiten, um das Musikangebot aus dem Internet zu nutzen. Wer auf Nummer sicher gehen und trotzdem kein Vermögen für Tonträger ausgeben möchte, kann zum Beispiel Musik kostenlos über Ampya downloaden. Auch Spotify bietet die Möglichkeit, Musik über einen Gratisaccount 30 Tage lang kostenlos anzuhören. Anschließend wird allerdings eine Nutzungsgebühr fällig. Viele Anbieter haben günstige Abomodelle, bei denen Musikfans schon gegen eine geringe monatliche Gebühr nach Herzenslust im reichhaltigen Musikangebot stöbern dürfen und ihren Lieblingssong hundertprozentig legal so oft anhören können, wie sie möchten.

Der Musik Download aus dem Internet ist ein sehr umstrittener Bereich der deutschen Rechtsprechung. Viele Nutzer des Internetangebotes bewegen sich deshalb regelmäßig in Grauzonen oder sogar im illegalen Bereich. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte ausschließlich auf Portale zurückgreifen, die ihre Inhalte legal und gegen eine geringe Abogebühr zur Verfügung stellen.