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Nabu gibt Tipps, um Eulen einen naturnahen Schutz zu bieten.

Tiere : Teufelsvögel und Symbole der Weisheit

Tierfreunde im Volksfreund: Eulen – früher verehrt und verflucht. Heute gibt der Nabu im Rahmen der TV-Serie „Zurück zur Natur“ Tipps, wie TV-Leser den dämmerungs- und nachtaktiven Jägern in der Region Trier helfen können.

() Sieben Eulenarten brüten in der Region Trier, von ganz groß bis ganz klein. Jede hat einen anderen Ruf. Unter ihnen gibt es Einsiedler und Kulturfolger. Je nach Art fressen sie Kleinsäuger, Amphibien, Fische, Schlangen, Würmer, Schnecken, Fledermäuse, Vögel oder Insekten. Die Großen jagen die Kleinen. Doch eines haben sie gemeinsam, sie fangen ihre Beute nahezu geräuschlos in der Dunkelheit.

„Da jede Art eine spezifische Lebensweise hat, sind Gefährdung und Schutzmaßnahmen sehr individuell“, erklärt Corinna Albert von der Nabu Regionalstelle Rheinland-Pfalz-West. „Meist fehlt es jedoch an ungestörten Brutplätzen und an Nahrung. Hinzu kommen Unfälle durch Strom, Verkehr, Windräder sowie enge Schächte und Kamine“. Die Nabu-Frau gibt Tipps, wie Naturfreunde den heimischen Eulen helfen können:

Tore, Fenster, Nischen auf!

Die Schleiereule lebt menschennah und brütet in Scheunen, Kirchtürmen, Dächern und Ställen. Bleiben hier Tore und Fenster, versteckte Plätze und dunkle Nischen geöffnet, kann die Eule einen Brutplatz finden. „Der Bestand in Kirchen ist dramatisch zurückgegangen, weil Brutplätze vergittert wurden, um Tauben fernzuhalten“, erklärt Albert und ruft zur Öffnung der Gotteshäuser auf. Die Schleiereule steht in Rheinland-Pfalz auf der Vorwarnliste der Roten Liste.

Lebensraum Altholz!

Altholzreiche Wälder, Höhlen- und Totholzbäume sollten als Brut- und Lebensraum erhalten bleiben.

Der häufig vorkommende Waldkauz brütet in Wäldern, Parks, Gärten und auf Friedhöfen, sofern es genug Höhlenbäume gibt.

Der seltene Raufußkauz hingegen lebt nur in hochgelegenen, altholzreichen Wäldern von Eifel und Hunsrück. Dort benötigt er Höhlen von Schwarzspechten zum Brüten, dichtes Nadelholz zum Verstecken und offene Flächen zum Jagen.

Der kleine, sehr seltene Sperlingskauz kommt lediglich in nadel- und totholzreichen Wäldern der hohen Eifel vor.

Felsen den Uhus!

Die größte heimische Eule, der Uhu, ist als überwiegender Felsbrüter darauf angewiesen, dass Störungen in Felsen, zum Beispiel durch Klettersportler, vermieden werden. Auch der Verlust wichtiger Lebensräume in Steinbrüchen durch Verfüllung und Abbau muss verhindert werden. „Dies ist zwar gesetzlich so verankert, weil der Uhu eine streng geschützte Art ist, aber Verstöße gibt es immer wieder“, bedauert Albert.

Streuobst erhalten!

Durch die Pflege von Streuobstwiesen und einzeln stehender, alter Obst- und Nussbäume, den Kauf von Streuobst und Baumpatenschaften kann dem stark gefährdeten Steinkauz geholfen werden. Altbäume haben besondere Bedeutung, denn ihre Astlöcher dienen als Brutplatz. Um Mäuse zu finden, benötigt der Steinkauz niedrigen Bewuchs. Er besiedelt nur Streuobstwiesen fernab von Wäldern, da ihn sonst der Waldkauz jagt. Regionale Vorkommen gibt es in der Eifel, im Saargau und in der Wittlicher Senke.

Nisthilfen!

„Sind Brutplätze für Schleiereulen, Steinkäuze und Raufußkäuze in geeigneten Lebensräumen knapp, können Nisthilfen Ersatz schaffen“, erklärt Albert.

Landschaft, strukturiert & giftfrei!

Hecken und Feldgehölze, Alleen, Ackerraine, Trockenmauern, Bauerngärten, Lesesteinhaufen und Streuobstwiesen machen die Landschaft vielfältig. Hier finden Schleier- und Waldohreule, Waldkau und Uhu ihre Nahrung. Auch der Verzicht auf Pestizide trägt zu einem reich gedeckten Tisch für Eulen bei.

Schächte und Kamine sichern!

Um zu verhindern, dass Waldkäuze in engen Lüftungsschächten und Kaminröhren verunglücken, können diese durch Schutzgitter gesichert werden.

Finger weg!

Junge Eulen verlassen das Nest, bevor sie richtig fliegen können. Uhus sind zu diesem Zeitpunkt gut zu Fuß. Andere Eulenkinder sitzen auf Bäumen. „Die Tiere scheinen hilfsbedürftig, sollten aber vor Ort belassen und nicht gestört werden“, ruft die Naturschützerin auf.

Der Waldkauz brütet in Wäldern, Parks, Gärten und auf Friedhöfen. Foto: Tom Dove
Er ist die größte heimische Eule: der Uhu, ein Felsbrüter. Foto: Nabu/Manfred Delpho/Manfred Delpho
Der Sperlingskauz ist sehr selten und kommt nur in nadel- und totholz­reichen Wäldern der Eifel vor. Foto: Nabu//Tom Dove

Bauanleitungen für Nisthilfen und
Möglichkeiten des ehrenamtlichen
Engagements gibt es bei der Nabu Regional­stelle RLP-West, Pfützen­straße 1, 54290 Trier, Telefon 0651/
1708819, E-Mail: regionalstelle.west
@nabu-rlp.de