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Nach Stiko-Empfehlung: Auch Kinder können sich gegen Corona impfen lassen

Trier/Hillesheim/Wittlich : Nach Stiko-Empfehlung - Wo und wie sich Kinder in der Region impfen lassen können

In einigen Teilen der Region wollen immer mehr Kinder und Jugendliche geimpft werden. Dafür brauchen sie nicht immer einen Termin.

Rund 24 Stunden, nachdem die Ständige Impfkommission die schützende Spritze vor dem Coronavirus auch für 12- bis 17-Jährige empfohlen hat, war die Nachfrage in einigen regionalen Impfzentren und bei Ärzten bereits gestiegen. „Wir haben schon mehr Impfstoff geordert, weil wir damit rechnen, dass sich nun mehr Kinder und Jugendliche impfen lassen“, sagte Heidi Weber, die eine Praxis in Bitburg leitet.

Eine Mutter habe sie direkt angerufen, als sie die Eilmeldung von der Impfempfehlung gelesen habe. Sie erlebe auch Kinder, die freiwillig geimpft werden wollten, „damit sie mal wieder die Oma oder den Opa besuchen können“, erzählte Weber, die Landes-Vize des rheinland-pfälzischen Hausärzteverbandes ist. Sie warnte zugleich davor, nun Kinder und Jugendliche beim Impfen unter Druck zu setzen. „Für mich sind erst einmal die Erwachsenen in der Pflicht“, sagte die Eifelerin.

Mehr Andrang von Kindern und Jugendlichen erwarten nach der Stiko-Empfehlung auch regionale Impfzentren. Ein Sprecher der Stadt Trier sagte, im Laufe des Dienstags seien rund 100 Minderjährige im regionalen Impfzentren gewesen, um sich impfen zu lassen. „Das sind etwas mehr als sonst bisher üblich“, sagte Ernst Mettlach. Das Trierer Impfzentrum äußerte die Bitte, dass sich Kinder ab 12 Jahren über das Portal impftermin.rlp.de registrieren lassen sollen, wenn sie sich impfen lassen wollen. Termine würden dann dort sehr schnell vergeben, sagt ein Sprecher der Stadt Trier, die das Impfzentrum gemeinsam mit dem Kreis Trier-Saarburg betreibt. Grundsätzlich bestehe für Minderjährige ab 12 Jahren aber auch die Möglichkeit, sich von Montag bis Freitag von 8.30 bis 15.30 Uhr ohne gebuchten Termin impfen zu lassen.

Ohne Termin können sich Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 17 auch in Wittlich, Hillesheim und Bitburg impfen lassen. Das gelte auch nach der neuen Stiko-Empfehlung. Die Nachfrage nach Impfungen steige in dieser Altersgruppe, hieß es gestern aus dem Bitburger Impfzentrum. Meike Welling, Sprecherin des Vulkaneifelkreises, sagte, in Stoßzeiten könne es schon mal zu geringeren Wartezeiten kommen, die terminlosen Impfungen liefen aber weiter ohne Probleme.

Der Kreis Bernkastel-Wittlich spürte dagegen „keinen merklichen Anstieg des Impfinteresses“ von 12- bis 17-Jährigen, nachdem die Ständige Impfkommission die Empfehlung ausgesprochen hatte. Noch seien es täglich 15 bis 20 Jugendliche, die sich dort gegen Covid-19 impfen lassen, sagte Sprecherin Monika Scheid. Bereits zuvor hatten die Impfzentren Jugendliche ab 12 Jahren geimpft, wenn diese und ihre Eltern das wünschten und sich vorher ärztlich aufklären ließen. Eine Stiko-Empfehlung gab es zuvor nur für Jugendliche mit Vorerkrankungen.

Um die Quote an geimpften jungen Menschen zu erhöhen, fordert die Landesschülervertretung mehr Impfangebote für Kinder und Jugendliche zu schaffen. Vorstandsmitglied Colin Haubrich sagte: „Wir brauchen landesweite Impf­aktionen an Schulen.“ Impfungen müssten aber freiwillig und mit dem Einverständnis der Erziehungsberechtigten ablaufen.

Landesimpfkoordinator Daniel Stich (SPD) warnte, das Impfen von Kindern und Jugendlichen dürfe kein Ersatz für eine zu niedrige Impfquote unter den Erwachsenen sein. Um die Impfquote zu steigern, will das Land weiter auf Impfbusse setzen, die zunächst nur für vier Wochen angesetzt waren. „Aktuell laufen Planungen und Gespräche, die Aktion zu verlängern“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums. Mehr als 10 000 Menschen im Land hätten sich über die Impfbusse impfen lassen.