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Nicht alles blind unterschreiben

Nicht alles blind unterschreiben

Versicherungen sind Pflicht, um die größten Lebensrisiken abzusichern. Doch häufig könnten Verbraucher viel sparen, wenn sie ihre Absicherung regelmäßig an ihre Bedürfnisse anpassten. Ähnliches gilt für Kredite und Baufinanzierung, wo Fehler bei Vertragsabschluss über viele Jahre und Jahrzehnte teuer zu stehen kommen.

Von böhmischen Dörfern und Hexenwerken können die Berater der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz ein Lied singen. Denn die Verbraucherschützer sind teils seit vielen Jahren aktiv und stellen immer wieder fest: "Finanzkompetenz ist bei vielen Verbrauchern kaum vorhaben", sagt Finanzexpertin Josefine Holzhäuser von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die Nachfrage nach Finanz- und Baufinanzierungsthemen sei zwar groß, aber "häufig sind Finanzverträge nicht nachvollziehbar, weil Anbieter und Berater unklar informieren", sagt sie. Ihr Rat: "Unterschreiben Sie nichts, was Sie nicht verstehen!"
Familie & Volksfreund Kassensturz


Weil sich zu wenig Menschen zu wenig im Voraus darüber informieren, was sie sich leisten können und dabei auch noch ihr Leben oder das ihrer Liebsten zu wenig absichern, "ziehen sich Fehler bei Finanzierungen wie ein roter Faden durch Jahre und Jahrzehnte", weiß Finanzexpertin Holzhäuser, die seit 18 Jahren Verbraucher berät. "Es gibt Familien mit Kapitalversicherungen, aber die Kinder sind nicht gegen Invalidität abgesichert", weiß Renate Schröder von der Verbraucherberatung Trier. Auch würde zu schnell gespart, statt Schulden abzuzahlen.
Dabei sei es gar nicht mal so schwer, sich einen Überblick zu verschaffen. "Wir empfehlen, die größten Risiken wie Invalidität und Berufsunfähigkeit abzusichern", sagt sie. Damit seien die größten anzunehmenden Unfälle (GAU) abgesichert, die sich jedoch in jedem Alter nochmal veränderten (siehe Extra). Immerhin kommen bei einem Nettoeinkommen von 2100 Euro im Monat während eines Berufslebens mehr als eine Million Euro in die Haushaltskasse. Kapital, das bei Krankheit und Invalidität folglich dringend abgesichert sein sollte.
Außerdem empfehlen die Verbraucherschützer einen Kassensturz - um zu sehen, die viel Geld für weitere Investitionen übrig ist. Dabei müsse sich jeder selbst erforschen, wie seine Lebensplanung aussehe und welche Anschaffungen anstünden. "Sich etwas mit Erspartem zu leisten, kommt billiger als auf Pump zu kaufen", sagt Schröder. Denn so könne man Darlehenskosten sparen.
"Wichtig ist, immer einen Notgroschen in Form von zwei bis drei Nettomonatseinkommen zur Verfügung zu haben, falls das Auto oder die Waschmaschine kaputtgeht", sagt Renate Schröder. Erst dann könnten auch größere Wünsche erfüllt werden. "Wichtig ist immer, sich bewusst zu machen, was man sich leisten kann."

Texte, Links und Downlods unseres Schwerpunkts Familie & Volksfreund finden Sie unter
volksfreund.de/extra
In der kommenden Woche beenden wir unseren Montagsschwerpunkt mit Tipps und Rat zum Wocheneinkauf . Sie erfahren, wie man ein Haushaltsbuch führt und können eines von drei Haushaltsbüchern gewinnen.Extra

Wer Kredite aufnimmt oder Versicherungen abschließt, sollte im Vorfeld folgende - von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz empfohlene - Fragen für sich beantworten: Kredite: Wie nötig ist er, welche Ratenhöhe kann ich eingehen, habe ich mehrere Angebote verglichen? Girokonto: Habe ich Angebote von Kontokosten verschiedener Kreditinstitute miteinander verglichen, welche Zusatzleistungen bietet mir welches Institut, was steht in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen? Versicherungen für Singles: Für junge Leute und Berufsanfänger sind die private Haftpflicht und eine Berufsunfähigkeit zwingend abzusichern. Versicherungen für Familien: Besonders ratsam sind für Familien mit kleinen Kindern die Privathaftpflicht-, die Berufsunfähigkeits-, die Risiko-Lebens- und die Kinder-Invaliditätsversicherung. Sind die Kinder älter und in der Ausbildung, ist die Kinder-Invaliditätsversicherung nicht mehr zwingend, da junge Leute mit Berufsstart eine eigene Berufsunfähigkeitsversicherung abschließen sollten. Versicherungen für Rentner: In diesem Fall sind viele Vorsorgeversicherungen nicht mehr nötig, ratsam sind aber Privathaftpflicht- und Hausratversicherung. sas