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Ohne Not werden massenweise Desinfektionsmittel gekauft.

Gesundheit : Händewaschen, aber richtig

Ohne Not werden massenweise Desinfektionsmittel gekauft.

„Momentan online nicht verfügbar.“ „Derzeit nicht lieferbar.“ Wer etwa auf den Online-Plattformen von Drogeriemärkten oder bei Versandapotheken Desinfektionsmittel bestellen möchte, weil im Geschäft oder der Apotheke vor Ort die Vorräte bereits erschöpft sind, der geht leer aus. Derzeit gebe es Lieferprobleme bei Desinfektionsmitteln, bestätigt Frank Eickmann, Sprecher des Landesapothekerverbandes. Offenbar decken sich Bürger massenweise mit entsprechenden Mitteln ein, weil sie glauben, sich damit vor einer Corona-Infektion schützen zu können.

Es bringe aber nichts, sich alle 20 Minuten die Hände zu desinfizieren, sagt Eickmann. Und in den offiziellen Hinweisen des für die Gesundheitsüberwachung zuständigen Robert Koch-Instituts für Händehygiene ist auch nicht die Rede davon, Desinfektionsmittel zu benutzen. Im „privaten Umfeld“ sei eine Händedesinfektion im Allgemeinen nicht erforderlich, heißt es dort. Allenfalls bei erhöhtem Infektionsrisiko, dann wenn etwa ein Familienmitglied erkrankt sei, sei es sinnvoll, nach dem Waschen der Hände diese zusätzlich zu desinfizieren. Zum Händewaschen reiche fließendes Wasser und (Flüssig)-Seife. 30 Sekunden lang soll man gründlich sowohl Handinnenflächen als auch Handrücken, Fingerspitzen, Fingerzwischenräume, Daumen und Fingernägel waschen, danach mit einem (Papier)-Handtuch trocken reiben. In öffentlichen Toiletten sollte man den Wasserhahn oder Seifenspender mit einem Einweghandtuch oder dem Ellenbogen bedienen. Der Mangel an Desinfektionsmitteln könnte vor allem in Arztpraxen, Kliniken und beim Rettungsdienst zu Problemen führen. Noch gebe es keine Lieferengpässe, berichtet Markus Scholtes, Leiter des Rettungsdienstes beim DRK Trier-Saarburg. Bei einer zunehmenden Ausbreitung des Virus könnte sich die Lage allerdings verschlechtern. Der Nachschub an Desinfektionsmitteln sei derzeit etwas angespannt, heißt es aus dem Trierer Mutterhaus. Noch reiche der Vorrat. Man stelle aber fest, dass die öffentlich zugänglichen Desinfektionsspender in der Klinik öfter nachgefüllt und die Behälter an den Spendern öfter ersetzt werden müssten. Ob das schlicht daran liege, dass sich mehr Leute innerhalb des Hauses nun die Hände desinfizierten oder ob, wie aus anderen Krankenhäusern in Deutschland gemeldet, Besucher sich die Mittel für den privaten Gebrauch „abzapfen“, könne man nicht sagen. Auch aus dem Brüderkrankenhaus und dem Saarburger Krankenhaus heißt es, dass es keine Nachschubprobleme gebe. Die Bestände an Schutzausrüstung, Desinfektionsmitteln, Schutzkitteln, Mundschutz und Handschuhe, sowie Antibiotika seien so aufgestockt worden es über den normalen Bestand ausreichend sei für mindestens vier Wochen, so eine Sprecherin des Saarburger Krankenhauses. Um Arztpraxen und Pflegeheime mit Desinfektionsmitteln zu versorgen, haben die Apotheken nun die Erlaubnis, aus zulassungspflichtigen Bioziden (Chemikalien, mit denen Schädlinge, also auch Bakterien abgetötet werden) Händedesinfektionen herzustellen.

Problem dabei sei allerdings, sagt Apothekensprecher Eickmann, dass die Biozide meist in großen Mengen (Tankwagenfüllungen) angeliefert würden, was für einzelne Apotheken problematisch sei.