Opfer leiden oft still

Ärgern, lästern, ausgrenzen, dissen, mobben - es gibt eine ganze Wortfamilie rund um eine Problematik, die immer wieder in (Schüler-)Gruppen auftritt und vor allem in den letzten Jahren viel diskutiert wurde. Sicher ist es auch eine der größten Ängste von Eltern, dass ihr Kind in der Schule oder der Gleichaltrigengruppe gemobbt werden könnte.

"Mobbing" im engeren Sinne meint dabei ein bewusst schädigendes Verhalten über einen längeren Zeitraum hinweg, das auf die Ausgrenzung einer Person abzielt: Abwertungen, Drohungen, Bloßstellungen, Vorenthalten von Informationen und auch körperliche Gewalt sind möglich. Die Opfer leiden oft still, suchen die Schuld bei sich und in ihrem Verhalten - was es doppelt schwer macht, sich jemandem anzuvertrauen. Das aber ist der erste Schritt, um eine Veränderung der Situation erreichen zu können. Für Eltern ist es daher grundsätzlich wichtig, mit ihren Kindern im Kontakt zu bleiben. Hören Sie sich Erzählungen aus der Schule oder der Freizeit geduldig an, auch wenn Sie vielleicht gerade gestresst und genervt sind. Nur so können Sie herausfinden, ob es sich um eine vergleichsweise harmlose Konfliktsituation zwischen Gleichaltrigen handelt oder ob sich eine Mobbingkonstellation aufzubauen droht. Auch wenn das Verhalten Ihres Kindes sich plötzlich verändert, es dauerhaft bedrückt wirkt, nicht mehr zur Schule gehen möchte oder über körperliche Beschwerden klagt, ist genaueres Hinschauen angezeigt. Zwar sind solche Symptome sehr unspezifisch und können auf alles Mögliche hindeuten - ernst nehmen sollte man sie aber in jedem Fall.
Petra Gottwald ist Diplom-Psychologin und stellvertretende Leiterin der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe Palais in Trier. <%LINK auto="true" href="http://www.palais-ev.de" text="www.palais-ev.de" class="more"%>

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