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Pflege: So sorgen Sie richtig vor

Pflege: So sorgen Sie richtig vor

Große Resonanz bei der TV-Telefonaktion: Brauche ich den Pflege-Bahr? Können meine Frau und ich die Förderpflege trotz kleinerer Krankheiten abschließen? Das sind zwei der vielen Fragen, die TV-Leser den Sparkassen-Experten am Telefon stellten.

Damit Bürger zu mehr privater Vorsorge motiviert werden sollen, gibt es seit Beginn dieses Jahres den sogenannten Pflege-Bahr. Das ist eine staatlich geförderte Pflegeversicherung, benannt nach dem derzeitigen Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. Hier eine Auswahl an Fragen und Antworten der TV-Telefonaktion:Ich bin 66 Jahre alt und habe bislang noch nichts in Richtung Pflegezusatzversicherung unternommen. Was können Sie mir in meinem Alter raten?Michael Heber, Versicherungsberater bei der Kreissparkasse Biburg-Prüm: Sie sollten aktiv werden: Der Pflege-Bahr bietet auch bei einem hohen Eintrittsalter eine gute Möglichkeit, wenigstens einen Teil der Lücke abzudecken. Mit 66 können Sie maximal 600 Euro über den Pflege-Bahr absichern. Wenn Ihre Gesundheit es zulässt und Sie die finanziellen Möglichkeiten haben, macht es Sinn, auch weitere private Pflegezusatzversicherungen abzuschließen.Wenn ich zehn Euro zahle, bekomme ich dann fünf Euro vom Staat für den Pflegebahr? Ich bin 71 Jahre alt.Heber: Nein. Ab einem gewissen Alter reichen die zehn Euro Mindestbeitrag plus staatliche Förderung von fünf Euro leider nicht aus, um die gesetzlich vorgegebene Mindestleistung in Pflegestufe III von 600 Euro zu erreichen.Können wir für bereits bestehende Pflegezusatzversicherungen staatliche Förderung bekommen?Stefan Koster, Fachberater Versicherungen bei der Sparkasse Trier: Nein, da die Vorgaben des Gesetzgebers zur Förderung von den bisherigen Tarifen abweichen.Brauche ich den Pflege-Bahr? Koster: Wenn nach Abzug aller laufenden Kosten des Haushalts monatlich zwischen 1500 und 2000 Euro übrig bleiben, brauchen Sie den Pflege-Bahr nicht unbedingt. Dann können Sie das überschüssige Geld einplanen und 1550 Euro übernimmt bei Pflegestufe III die gesetzliche Pflegeversicherung. Die durchschnittlichen Kosten eines Pflegeheims betragen rund 3500 Euro.Ich und meine Frau (75 und 80) haben einige kleinere Krankheiten. Können wir die Förderpflege trotzdem abschließen?Thomas Jaax, Versicherungsfachmann bei der Kreissparkasse Vulkaneifel: Ja, denn es werden keine Gesundheitsfragen gestellt. Einzige Voraussetzung ist, dass Sie oder Ihre Frau nicht schon Leistungen aufgrund einer Pflegestufe erhalten. Allerdings sollten Sie auf die Wartezeit achten. Das heißt, Sie erhalten erst fünf Jahre nach Versicherungsbeginn Leistungen. Es gibt je nach Anbieter Ausnahmen, so entfällt etwa bei Unfällen die Wartezeit.Wenn ich den Beitrag für den Pflege-Bahr verdopple, erhalte ich dann am Ende doppelte Pflegerente?Jaax: Nein, da der Pflege-Bahr eine Grundabsicherung darstellt, ist eine Erhöhung der Leistung nicht möglich. Jedoch besteht die Möglichkeit einer Leistungserweiterung über den Abschluss eines weiteren privaten Pflegetarifs.Ich habe ein Werbeangebot erhalten, aus dem ich erschließe, dass Leistungen aus dem Pflege-Bahr erst ab Pflegestufe III gezahlt werden. Stimmt das?Jaax: Nein. Die Förderpflege zahlt bereits bei Demenz, die unter "Pflegestufe 0" läuft. Sie erhalten dann 20 Prozent der vereinbarten Leistungen. Genauso wie in Pflegestufe I. In Pflegestufe II werden 40 Prozent und in Pflegestufe III 100 Prozent der vereinbarten Leistungen gezahlt. kat